Der Leninismus in unserer Sprache

Auch wenn die einwanderungskritische Pegida-Bewegung nun erst einmal geschwächt ist, so steht eines dennoch fest: Die Risse in der Mauer des linken Meinungskartells werden immer hartnäckiger. Wenn man sich nun die Frage stellt, warum es überhaupt so lange gedauert hat, so muß dabei auch die alltägliche Manipulation der Sprache beleuchtet werden. Stephane Courtois meint im „Schwarzbuch des Kommunismus“, ein „wesentliches Kennzeichen des Leninismus“ bestünde in „der Manipulation der Sprache, in der Abkoppelung der Wörter von der Realität“. Heute ist es nicht anders, auch wenn der Leninismus hierzulande Geschichte ist. Die Manipulation erfolgt vor allem dadurch, daß unbewußte Assoziationen geweckt werden sollen, die auf falsche Fährten führen.

Der wichtigste Pfeiler des heutigen sprachlichen Manipulationssystems besteht in der linken Manipulation des Begriffs „politisch rechts“. Indem nämlich permanent suggeriert wird, daß „rechts“ ein Synonym für „rechtsextrem“, mindestens aber ein Synonym für Ausländerfeindlichkeit wäre, betreibt man die Diffamierung von 50 Prozent des Meinungsspektrums. Während man in anderen Ländern ganz selbstverständlich davon ausgeht, daß eine demokratische Rechte genauso legitim ist wie eine demokratische Linke, wird hierzulande nur die halbe Demokratie gewährt: Links und Mitte ist erlaubt, rechts ist verboten.

Gedankenströme steuern auf politisch anständig oder unanständig

„Links neu denken“, lautet ein Buchtitel des SPD-Parteichefs Sigmar Gabriel. Undenkbar wäre es indessen, daß Angela Merkel ein Buch mit dem Titel „Rechts neu denken“ herausgibt. Und so gerät allzu leicht in Verdacht, wer auf nationale Souveränität und Identität pocht, wer das Leitbild der Vater-Mutter-Kind-Familie verteidigt oder ein Problem mit multikultureller Sozialromantik hat. Der Begriff „rechts“ löst falsche Assoziationen zum „rechten Rand“ aus. Somit versetzt er die meisten Bürger in eine geistige Schockstarre, die dazu führt, daß sie die richtigen Fragen erst gar nicht zu denken wagen.

Doch auch in anderen Bereichen wimmelt es in der politischen Sprache von Begriffen, die die Gedankenströme steuern und schon im Vorfeld deklarieren, welche Meinungen „anständig“ und welche „unanständig“ sind. Als „anständig“ gilt dabei stets die linke Meinung. Zum Beispiel beim Thema Klimawandel: Mit dem Begriff „Klimaleugner“ wurden jahrelang Personen stigmatisiert, die es wagten, die Theorie vom menschengemachten Klimawandel zu bezweifeln. Natürlich gibt es für diese Zweifel gute Argumente, aber das Wort „Klimaleugner“ weckt unterbewußt Assoziationen zu „Holocaustleugner“, weshalb der Bürger über solche Theorien gar nicht erst nachdenken will.

„Energiewende“ – ein rotgrüner Propagandabegriff

Bemerkenswert ist auch der unsägliche Propagandabegriff „Energiewende“, dessen propagandistische Bedeutung gar nicht mehr bemerkt wird, weil man sich schon an ihn gewöhnt hat. Mit der Vokabel verfolgt man das Ziel, das Wahnprojekt des Atomausstiegs auf denselben moralischen Podest wie die friedliche Revolution in der DDR zu stellen. Wer sich gegen die „Energiewende“ stellt, ist demnach also ein Kommunist. Wer möchte da schon Zweifel an den Segnungen dieses energiepolitischen Experiments anbringen?

Bezeichnend ist auch die dazugehörige Begriffsgeschichte, die von Paul Hockenos in der Zeit skizziert wurde: Im Laufe der achtziger Jahre sei der Begriff „von den Grünen, von verschiedenen Graswurzelbewegungen und von der alternativen Presse wie zum Beispiel der taz“ aufgegriffen worden. Zunehmende Bedeutung erhielt er dann im Jahr 2002, als das Umweltministerium der rotgrünen Bundesregierung eine Fachtagung durchführte, die den Titel „Energiewende – Atomausstieg und Klimaschutz“ trug. Dieser rotgrüne Propagandabegriff wurde dann später von Angela Merkel übernommen. Die schwarzgelben Parteien haben sich eben nicht nur beim Inhalt, sondern auch bis in die kleinsten sprachlichen Details an das linke Meinungskartell angepaßt – und damit fängt die geistige Kapitulation schon an.

Lügensprache für eine linke Lügenrepublik

Hochkonjunktur hat derzeit auch der stereotyp verbreitete Begriff „Putin-Versteher“. Dieser Begriff soll ebenfalls unbewußte Assoziationen wecken, nämlich die Assoziation zum Begriff „Frauenversteher“. Unterbewußt wird somit vermittelt: Wer in der Ukraine-Krise nicht die einseitige westliche Brille trägt, der ist ein unmännlicher und verweichlichter Warmduscher. Eine unkritische Sicht auf Putin ist natürlich genauso falsch wie die einseitige westliche Sicht – aber die Manipulationsvokabel „Putin-Versteher“ richtet sich nicht nur gegen blinde Putin-Jünger, sondern auch gegen jene, die sich durchaus distanziert um ein nüchternes „Verstehen“ der russischen Perspektive bemühen.

Seit kurzem hat dieser Begriff mit „Pegida-Versteher“ einen sprachlichen Nachfolger gefunden. Auch in diesem Fall wird der Kampfbegriff dazu verwendet, um dezidiert nichtlinke – also rechte – Gedankengänge zu verhindern. Die Rubrik „Versteher“ wird schließlich nur für solche Personenkreise eingeführt, die nicht in das „politisch korrekte“ Meinungskartell passen – also für Putin, Pegida oder die AfD. Dagegen ist es kein Zufall, daß man in den Medien noch nie etwas von „Occupy-Verstehern“, von „Gysi-Verstehern“ oder von „Antifa-Verstehern“ gehört hat.

Wir haben nicht nur eine „Lügenpresse“, sondern auch eine „Lügensprache“. Wenn sogar CDU- und FDP-Politiker von „lieben Mitbürgerinnen und Mitbürgern“ anstatt von „Bürgern“ sprechen, dann ist das ein deutlicher Beleg dafür, daß wir in einer linken Lügenrepublik leben.

 

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