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Blinde Bischöfe

Vor sechzig Jahren sorgte Hildegard Knef durch ihren Auftritt in dem Film „Die Sünderin“ für einen großen Medienskandal. Die deutschen Bischöfe verurteilten in ihren Hirtenbriefen den Skandalfilm, in dem erstmals – wenn auch nur für eine Sekunde – eine nackte Frau auf der Leinwand zu sehen war und in dem die Prostitution wie auch der Suizid positiv dargestellt wurden. Der Kölner Kardinal Joseph Frings bezeichnete den Film als einen „Faustschlag ins Gesicht jeder anständigen deutschen Frau“.

Seitdem sind viele Jahre ins Land gegangen und die Augen der bundesdeutschen Mediennutzer sind an so manches gewöhnt. Längst steht die künstlerische Freiheit über der kirchlichen Morallehre. Dennoch gilt innerkirchlich nach wie vor das christliche Menschenbild als Leitfaden für ein christliches Leben und für die Verkündigung der kirchlichen Verantwortungsträger.

Die deutschen Bischöfe scheinen blind zu sein

Schon vor vier Wochen hat Bernhard Müller, Chefredakteur des Pur-Magazins, in einem Artikel für Welt-Online scharfe Kritik am Weltbild-Verlag geübt, der zu hundert Prozent im Besitz der katholischen Kirche ist. „Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen“, urteilte Müller. Dort werden Bücher mit Titeln wie „Schlampeninternat“, „Sag Luder zu mir“ oder „Graf Porno“ verkauft. Die Kirche ist sogar mit 50 Prozent am Verlag „Droemer Knaur“ beteiligt, der neben Pornographie auch Bücher mit Titeln wie „Ratgeber Okkultismus“ oder „Hexe Sandra“ mit Ratschlägen zu „weißer Magie“ produziert.

Fast ein Monat ist seit Müllers Kritik vergangen. Die gezogenen Konsequenzen waren mehr als dürftig. Nachdem der Vorwurf der Übertreibung nicht gegriffen hat, versprach man, mit Filtern bei der Suchfunktion im Internet das Problem zu beheben. Doch auch dies funktionierte nicht. Wie war noch mal die Sache mit dem Splitter und dem Balken? Nicht so Bibelfeste können nachschlagen bei Mt 5,3-5 bzw. Lk 6,41-42. Die deutschen Bischöfe scheinen blind zu sein. Wollen sie nicht handeln oder können sie nicht handeln? Oder vertrauen sie blind ihren Mitarbeitern?

Am 9. November hat sich nun Papst Benedikt XVI. persönlich eingeschaltet und die deutschen Bischöfe zu einem entschiedeneren Vorgehen gegen Pornographie aufgefordert. Am vergangenen Donnerstag ist der Aufsichtsratschef Klaus Donaubauer mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Ein Bauernopfer? Eine kosmetische Korrektur? Was geschieht mit dem Jesuitenpater Hans Langendörfer, der als Vertreter der Bischöfe im Aufsichtsrat sitzt?

Geistiger Reichtum geht vor materiellen

Seit Jahren gingen bei ihm Beschwerden ein, gehandelt hat er nicht, eher die Angelegenheit heruntergespielt. Am morgigen Montag treffen sich die deutschen Bischöfe zu ihrer Tagung im Würzburger Kloster Himmelspforten. Ob die dann endlich den Mut aufbringen werden Konsequenzen zu ziehen, vielleicht sogar dem Beispiel des Kölner Kardinals Joachim Meisner zu folgen, der schon 2008, die Anteile seines Erzbistums am Weltbild-Verlag entäußerte.

Als der Papst kürzlich in Freiburg zur „Entweltlichung“ der Kirche aufrief, wurde dieser Appell schnell enggeführt auf das Thema Kirchensteuer. Doch das Problem ist weitaus umfangreicher. Mit dem Weltbild-Verlag verdient die Kirche etliche Millionen Euro – doch um welchen Preis? Es waren geradezu prophetische Worte, als Benedikt XVI. in Freiburg anmahnte, mehr auf den geistigen als auf den materiellen Reichtum zu achten.

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