Joachim Kuhs

 

Ali schlägt Mohammed

Wo bleibt Mohammed? Abgeschlagen auf Platz 116 finden wir ihn unter den beliebtesten männlichen Vornamen des Jahres 2010 in Deutschland. In westlichen Nachbarländern sieht es völlig anders aus. So meldete der Daily Telegraph im Oktober 2010, daß nach Angaben der Nationalen Statistikbehörde nicht mehr „Jack“, sondern „Mohammed“ der am häufigsten vergebene Vorname in England sei.

Die Engländer fühlen sich jedoch nicht als Sonderfall, denn sie weisen mit Recht darauf hin, daß nicht nur in London, sondern auch in Brüssel, Amsterdam, Kopenhagen und Oslo „Mohammed“ der am häufigsten vergebene Vorname für Neugeborene ist.

Mohammed hat es schwer in Berlin

Wie sieht es hingegen in der deutschen Hauptstadt Berlin aus? Unter den ersten 30 Plätzen suchen wir vergeblich nach Mohammed. „Ali“ hat es im Jahr 2010 gerade einmal auf Platz 29 geschafft und damit Mohammed überflügelt. Gegenüber den Vorjahren hat sich die Plazierung Mohammeds in Deutschland sogar verschlechtert: von Platz 84 im Jahr 2007, 96 im Jahr 2008, 97 im Jahr 2009 auf jetzt nur noch Platz 116.

Auch in Frankreich liegt der Name „Mohammed“ nicht besonders hoch im Kurs und landet auf den hinteren Plätzen. Vor kurzem erregte ein Fall Aufsehen, bei dem ein Praktikant einer nordfranzösischen Firma entlassen wurde, weil er sich nicht mit dem Namen „Alexandre“ am Telefon nennen wollte. Sein Arbeitgeber hatte ihm das Pseudonym angetragen, weil er glaubte, daß es bei seinen Kunden schlecht ankomme, wenn der Praktikant sich mit seinem richtigen Namen „Mohammed“ meldete. Moslemische Interessenverbände empörten sich darüber, so gelangte der Fall auch in unsere Presse.

„Mohammed“ als religiöses Bekenntnis

Was ist das Besondere an dem männlichen Vornamen „Mohammed“? Er ist nicht nur der häufigste Vorname der Welt, sondern seine Verbreitung gilt auch als Zeichen dafür, wie stark sich eine moslemische Einwanderergruppe zum Religiösen hinwendet. Umgekehrt könnte man die sinkende Anziehungskraft von Apostelnamen bei der Namensvergabe – von „Lukas“ und „Paul“ einmal abgesehen – als Zeichen wachsender Entfremdung von der Kirche verstehen.

Selbstverständlich sollten wir die Beweiskraft der Statistik nicht überbewerten. Bei der Namensvergabe spielen oft auch ganz andere Gründe eine Rolle. Könnte der Verzicht auf „Mohammed“ aber nicht vielleicht doch ein Zeichen dafür sein, daß in Deutschland – anders als in bestimmten west- und nordeuropäischen Staaten – die Eingliederungsschwierigkeiten vieler Türken und Araber nicht in erster Linie in den religiösen, sondern in anderen kulturellen Unterschieden zu suchen sind?

Anders gefragt: Ist vielleicht nicht so sehr die Islamisierung, sondern eher die Anatolisierung unter den Vorzeichen allgemeiner Entsprachlichung, Entwurzelung und Entbildung das Problem?

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