Demokratie und Frauenquote in der CSU

Die Frauenquoten-Verfechterin Junge Frauen gegen Quote“ ins Leben gerufen und acht Gegenargumente zusammengetragen, denen nichts hinzuzufügen ist:

1. Eine Quote ist die Herabwürdigung aller in der CSU aktiven, engagierten Frauen und ihrer Leistung.

2. Es muß überall und jederzeit gelten: Qualität vor Quantität.

3. Ein Satzungszwang ist nicht das geeignete Mittel, Frauen in der Partei gleichberechtigt einzubinden und ihnen Gehör zu verschaffen, vielmehr bietet das neue Angriffsflächen und verschlechtert die Stimmung gegenüber den Frauen.

4. Welche Frau läßt sich zur Mitarbeit bewegen, wenn sie genau weiß, daß sie nur gefragt wird, um eine Quote zu erfüllen. Wo bleibt die Wertschätzung?

5. Mit der Quote werden nur die tatsächlichen Gründe für die geringe Zahl junger Frauen in der CSU überdeckt. Dabei müssen die Ursachen gefunden und bekämpft werden.

6. Eine Quote widerspricht dem Grundsatz der demokratischen Wahl der Parteigremien.

7. Die Quotendiskussion ist schon lange überholt und hat an anderer Stelle keinen Erfolg gezeigt.

8. Eine Quote verringert die Motivation und Leistungsbereitschaft der Frauen in der Politik. Reinen Karrieristinnen werden Tür und Tor geöffnet.

Löschen statt diskutieren – eine Strategie des Netzbeirats?

Besonders verdrießen muß Dorothee Bär, daß die Kritik aus der Jungen Union kommt. Denn sie ist die stellvertretende Bundesvorsitzende dieser Organisation. Daher ist eigentlich zu erwarten, daß sie sich bemüht, die Gegenargumente zu entkräften. Doch da kommt nichts. Ohne die Diskussion zu kennen, die bereits innerhalb der CSU im Gange war, stellte ich auf Dorothee Bärs Seite ebenfalls die Frage nach dem Sinn der Quote. Als daraufhin keine Antwort kam, versuchte ich es anders.

Auf die Anmerkung eines anderen „Liebe Frauen: Ihr seid genauso begabt wie die Männer, also braucht ihr keine Quote. Ihr könnt es auch so, wenn ihr’s wollt!“ antwortete ich ironisch herausfordernd: „Die CSU-Frauen trauen sich halt nichts zu.“ Immerhin antwortete Bär nun endlich – inzwischen bereits per „Sie“: „?Herr Paulwitz: Macht es eigentlich Spaß[,] so platt zu sein?“

Das war leider wieder kein überzeugendes Argument für die Quote, also bat ich nun darum, mich zu überzeugen und verwies dabei auf die von mir inzwischen entdeckte Kritik aus der Jungen Union. Daraufhin „entfreundete“ mich Dorothee Bär und löschte einige meiner Beiträge, wohl um sich die lästige Diskussion zu ersparen. zur Vorsitzenden des Netzbeirates ernannt. Im Bayernkurier heißt es: „Das schlanke und schlagkräftige Expertengremium soll die Basis dafür schaffen, daß beim CSU-Parteitag Ende Oktober Grundzüge einer eigenen Internetpolitik der CSU diskutiert werden können.“

CSU-Generalsektretär Dobrindt schwärmte damals: „Die CSU hat beim Internet die Chance, echte Meilensteine der politischen Inhalte zu setzen.“ Wenn diese „Internetpolitik“ allerdings darin bestehen sollte, einer Diskussion mit dem Bürger gezielt aus dem Weg zu gehen und andere Meinungen zu unterdrücken, dann kann Deutschland getrost darauf verzichten. Von sozialdemokratischer Seite wird Bär bereits als „Nachwuchszensursula“ geschmäht.

Es geht auch anders

Daß es in der CSU auch kritikfähige Politiker gibt, beweist Stefan Müller, der Landesvorsitzende der bayerischen Jungen Union. Auf seiner Facebookseite läßt er sogar Beiträge von Freunden stehen, die eine Stellungnahme von ihm als „Mist“ oder „Schwachsinn“ bezeichnen. Müller weiß offensichtlich, daß einen guten Politiker nicht die Selbstbeweihräucherung ausmacht, sondern der Dialog mit den Bürgern und die Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Meinungen.

Zur Frauenquote in der CSU hat Müller übrigens eine erfreulich deutliche Haltung: „Die Quote ist ein ungeeignetes Instrument zur Frauenförderung“ schrieb er mir, nachdem ich die Haltung der Jungen Union gelobt hatte.

Unterdessen hat Dorothee Bär mich auch von ihrer Twitterliste gestrichen und mir verboten, ihrem Twitter-Auftritt zu folgen: „Diese [!] Benutzer hat Dich geblockt“, meldet Twitter. Das ist freilich auch eine Methode, die Frauenquote zu erhöhen: Man (frau) wirft die Männer einfach raus!

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles