Klaus-Rüdiger Mai Die Zukunft gestalten wir!

 

Was geschieht beim Beten?

Die Religion muß schon eine super interessante Sache sein. Von wegen: alles Glaube, nichts ist beweisbar! Hat man noch im Mittelalter versucht, die Existenz Gottes zu beweisen (mit mehr oder weniger nachvollziehbaren Argumenten), so versuchen heute nicht wenige, die Nichtexistenz Gottes wissenschaftlich zu beweisen. An der dänischen Universität Aarhus fand kürzlich unter der Leitung des Neuropsychologen Uffe Schjodt ein wissenschaftliches Experiment statt, dessen Ergebnis sowohl Gläubige als auch Atheisten für die Bestätigung ihrer Auffassung halten.

Man beobachtete zwanzig Christen während des Betens. Dabei wurden die gleichen Gehirnströme festgestellt wie beim Gespräch mit einer realen, sichtbaren Person. Diese Gehirnströme wurden nicht festgestellt, als die Testpersonen – wie gefordert – Wünsche an den Weihnachtsmann richteten.

Im zweiten Teil des Experimentes bat man die Versuchspersonen, zunächst das „Vaterunser“ und dann einen Kinderreim aufzusagen. Hierbei wurden keine Unterschiede festgestellt.

Zu lebendiger Gottesbeziehung befähigt

Was läßt sich mit Messungen im Gehirn nun wirklich beweisen? Natürlich weder Gottes Existenz noch seine Nichtexistenz. Bewiesen wurde zweierlei:

1. Menschen, die beten, sind wirklich davon überzeugt, mit einer realen Person zu kommunizieren.

2. Formelhaftes Aufsagen bestimmter Gebete ist kein wirkliches Gespräch mit Gott.

Das Ergebnis dieses neuropsychologischen Versuchs ist also eine Anfrage an unsere Gebetspraxis. An den Beter ergeht ein Appell, den wir aus dem Mund des Pfarrers oder Religionslehrers schon oft genug gehört haben: Nicht plappern, sondern mit Gedanken beten! Nur dann findet wirkliche Zwiesprache mit Gott statt, und nur dann ist das Gebet fruchtbar.

Die Christen sind davon überzeugt, daß der Heilige Geist sie zu einer solchen lebendigen Gottesbeziehung befähigt. Daher beten sie darum, daß dieser Geist, der am Pfingstfest auf die Apostel herabkam, auch sie immer neu erfüllen möge – nicht nur an Pfingsten.

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