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Gesichter Deutschlands

Wer wissen will, wie die Bevölkerung dieses Landes in zwei oder drei Jahrzehnten aussehen wird, der muß heute auf einen Kinderspielplatz gehen. Auf einem Großstadtspielplatz trifft er Kinder aus aller Herren Länder, die in einer Generation vielerorts die Mehrheit der arbeitsfähigen und wahlberechtigten Einwohnerschaft stellen werden.

Betrachtet man dagegen Jahrgangsbilder aus einem Kindergarten in der bayerischen Provinz, wähnt man sich in einer anderen Welt. Kindergartengruppen, in denen Kinder deutscher Eltern unter sich sind, kennt ein heutiger Großstädter in der Regel tatsächlich nur noch von Fotos.

Die Lebenswirklichkeiten in Stadt und Land, in West und Ost driften rasant auseinander. Was Großstadt-Eltern bewegt, Sprachprobleme und Kulturkonflikte in Kindergarten und Schule etwa, vernehmen Eltern auf dem Lande mit ungläubigem Staunen. Bisweilen möchte man sie darum beneiden.

Weg von der Volkspädagogik

Sich in die sechziger, siebziger, achtziger Jahre zurückzuwünschen oder darauf zu hoffen, in München, Frankfurt oder Berlin könnte die Zusammensetzung der Bevölkerung einmal wieder so aussehen wie heute vielleicht noch im Bayerischen Wald, im Hunsrück oder in der Uckermark, führt indes nicht weiter.

Soll Deutschland nicht nur in seinen idyllischen Winkeln, sondern auch in seinen Städten und Metropolen, in zehn, zwanzig, dreißig Jahren immer noch Deutschland sein, muß unsere Einwanderungspolitik sich jetzt ändern: Fort vom passiven Hinnehmen beliebigen Einströmens und anschließendem kostspieligen Herumdoktern an den Symptomen, weg von der Volkspädagogik, die der autochthonen Bevölkerung einhämmern will, sie hätte das alles klaglos mitzumachen, zu finanzieren und auch noch zu bejubeln; statt dessen aktive, vom Staatsinteresse geleitete Steuerung. Deren Maxime: Zutritt nur für jene, die zu uns passen, sich anstrengen und unser Land voranbringen können, Trennung von jenen, die Schaden stiften, die dreist auf Kosten anderer leben, die sich in das Gemeinwesen nicht einfügen können oder wollen.

Konservative müssen diese Debatte führen

Man wird überrascht sein, wie viele Verbündete eine solche realistische Wende in der Einwanderungspolitik gerade bei integrierten und assimilierten Einwanderern selbst hätte: der persische Ingenieur, der sich auf dem Elternabend sorgt, seine kleine Tochter könnte in der Schule zu wenig lernen, weil zu viele schlecht Deutsch sprechende türkische Mädchen mit Kopftuchmüttern in der Klasse sind; der alevitische Restaurantbesitzer, der schimpft, daß die Deutschen jetzt all die Nichtsnutze durchfüttern, die ihm schon in seiner anatolischen Heimat das Leben schwergemacht haben; der gläubige kroatische Katholik oder die Koptin aus Ägypten, die Thilo Sarrazin gegen hämische Gutmenschen verteidigen, weil sie wissen, wovon der Ex-Finanzsenator spricht, wenn er an der Leistungsbereitschaft und Anpassungsfähigkeit eines Großteils der Einwanderer aus dem islamischen Kulturkreis zweifelt.

Sarrazin hat Freiräume geöffnet für eine Integrationsdebatte um den richtigen Weg. Konservative müssen diese Debatte führen – aus Verantwortung für Staat, Volk und Nation. Viel Zeit bleibt nicht mehr dafür. Zu wenig jedenfalls, um sie mit Phantasien von unerfüllbaren Maximalforderungen und irrealen Radikallösungen zu vertun.

> JF- Debatte „Integration ist machbar“

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