Was ist der Unterschied zwischen der AfD und dem griechischen Helden Archilles? Schwer zu sagen, beide sind irgendwie böse. So deutet es zumindest Norbert Gissel vom Bochumer Lehrstuhl für Sportdidaktik, der mit Fakultätskollegen der Universität Augsburg die „sportpolitischen Positionen der Alternative für Deutschland“ in den Blick genommen hat.
Ebenso wie der antike Athlet Archilles, der „immer der Beste und ausgezeichnet vor andern“ sein wollte, propagiere auch die AfD dieses „agonale Prinzip“ von Wettkampf und Härte. Das stehe im krassen „Widerspruch zu einer inklusiven Sportpädagogik, die Fairness, Solidarität und den respektvollen Umgang mit Unterschieden fördert“, so Gissel. Im Themenheft der Fachzeitschrift sportunterricht wird ohnehin kritisch beargwöhnt, „daß die AfD dem Schulsport in Wahlprogrammen eine hohe Bedeutung beimißt“.
Dabei stünde „die Förderung von Gesundheit, Teamgeist und Fairness häufig im Zusammenhang mit einer nationalistischen und ausgrenzenden Agenda“, geißeln die Sportpädagogen. Das gefährde die „integrative und demokratische Rolle des Schulsports“. Ihre Studie soll daher über die „besorgniserregende politische Instrumentalisierung des Sports“ aufklären.