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Lars Patrick Berg, Bündnis Deutschland, Migration

Godot, Tübingen und das ZDF: Kaisers royaler Wochenrückblick

Godot, Tübingen und das ZDF: Kaisers royaler Wochenrückblick

Godot, Tübingen und das ZDF: Kaisers royaler Wochenrückblick

Vorhang auf für Boris T. Kaisers Wochenrückblick Foto: : picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
Vorhang auf für Boris T. Kaisers Wochenrückblick Foto: : picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
Vorhang auf für Boris T. Kaisers Wochenrückblick Foto: : picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
Godot, Tübingen und das ZDF
 

Kaisers royaler Wochenrückblick

Männerverbot im Theater, Tübingen im Gender-Himmel und das ZDF will offenbar Elon Musk mit einem Gutmenschen-Rentner-Netzwerk Konkurrenz machen. Boris T. Kaiser blickt zurück.
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Keine Woche ohne neue Nachrichten aus der durchgeknallten Welt des Woke-Wahnsinns. Eine besonders schräge Meldung aus dieser Kategorie kam dieser Tage aus den Niederlanden. Dort wurde in einem Kulturzentrum in der Stadt Groningen die Aufführung von „Warten auf Godot“ abgesagt. Das berühmte Stück des irischen Schriftstellers Samuel Beckett, in dem hierzulande auch schon die Entertainer-Legende Harald Schmidt glänzte, verstieß mit seiner Besetzung gegen die Gleichstellungsregeln des Hauses.

Wurden für die eigentlich im März geplante Vorstellung doch ausschließlich Männer gecastet. Das entspricht zwar dessen literarischen Originalvorlage, die nun mal schlicht keine Frauenrollen vorgesehen hat, aber eben nicht dem aktuellen Zeitgeist. „Es gehe nicht an, daß Gruppen von Menschen ausgeschlossen würden“, begründete eine Sprecherin der Kultureinrichtung die Absage und berief sich dabei auf die eigene woke Hausordnung, nach der ein Casting für alle Geschlechtergruppen offen stehen müsse.

Hybris gegen die alten Meister

Samuel Beckett selbst hatte zu seinen Lebenszeiten unter Androhung von gerichtlichen Schritten verfügt, daß die fünf Männer-Rollen in seinem 1952 erstmals publizierten Stück nur von Männern gespielt werden sollen. Bisher haben sich alle, die das Stück auf die Bühne brachten, an die schöpferische Anweisung gehalten, die für den großen Meister offensichtlich von so großer Wichtigkeit war.

Inzwischen ist jedoch eine Generation herangewachsen, die sich ohne jegliche Selbstzweifel einbildet, alles besser zu wissen, als jeder andere Mensch, der vor ihnen auf dieser Welt gelebt hat. Das schließt freilich auch die von ihren Vorfahren glorifizierten Geistesgrößen ein. Sich hochmütig nur um sich selbst drehend, urteilt sie alles ab, was vor ihr war oder auch nur wenige Nuancen von dem abweicht, was sie für gut und richtig hält. Eine solche Hybris macht alles gleich, vereinheitlicht das Denken und läßt die Kunst veröden.

Tübingens Gender-Schickeria jubelt

Ganz zeitgeistig geht es auch im deutschen Tübingen zu. Dafür hat die Stadt jetzt sogar den Preis „Kommune mit Zukunft“ erhalten. Grund für die Auszeichnung mit dem Gender-Award, der, wie könnte es anders sein, aus Berlin kam, ist die „geschlechtergerechte“ Sprache, die die Stadtverwaltung seit einiger Zeit verwendet. Anhand eines Leitfadens werden die Mitarbeiter ermuntert, eine Behördensprache zu pflegen, die „freundlich, eindeutig und klar“ ist. Das dafür verbindende Höflichkeit und korrektes Deutsch heute nicht mehr ausreichen, ist klar.

„Wir wissen aus Forschungen, daß es Auswirkungen auf das Verhalten bei der Berufswahl haben kann, wenn beispielsweise immer vom Ingenieur oder von der Erzieherin gesprochen wird“, sagte eine Sprecherin der Stadt, in einem Interview mit dem SWR, in dem sie sich und ihre Kollegen, nach der Auszeichnung mit der Sprachgesinnungstrophäe, „aufgeregt, glücklich und stolz“ präsentierte. Daß die Stimmung bei den Bürgern ähnlich gut ist, darf, in Anbetracht der vielen Umfragen in denen die Menschen deutlich gemacht haben, daß sie die bei Staat und Medien inzwischen so beliebte Gender-Sprache mehrheitlich ablehnen, allerdings stark bezweifelt werden.

Das ZDF hält sich für Elon Musk

Der Lerchenberg soll zum deutschen Silicon Valley werden. Jedenfalls, wenn es nach einigen Köpfen des ZDF geht, die – wohl nach dem Motto „boomen statt twittern“ – ein eigenes Soziales Netzwerk planen. Man kann die nächste Forderung nach einer erneuten Gebührenerhöhung von Seiten der angeblich chronisch klammen Öffentlich Rechtlichen Sendeanstalt förmlich kommen sehen. Aber wer in seinem linksideologischen Wahn ernsthaft glaubt, er könne einen Milliardär wie Elon Musk ärgern, dem ist dafür eben kein Preis zu hoch.

Vor allem nicht, wenn dieser von anderen zwangsbezahlt wird. Wobei sich der Sender selbst noch nicht zur Finanzierung seiner neuesten Idee äußern wollte. Wir können als Gebührenzahler aber mit einiger Sicherheit davon ausgehen, daß hinter den Kulissen bereits eine Armada von Juristen damit beschäftigt ist, den Rundfunkstaatsvertrag zu wälzen – um diesen nach rechtlichen Grauzonen abzuklopfen, die es den Lerchenberger Möchtegern-Zuckerbergs ermöglichen könnten, ihren politischen Privatkrieg gegen den derzeitigen Twitter-Boss als Teil ihrer Hauptaufgabe, der „Verteidigung der Demokratie“ zu framen.

Gutmenschen-Rentnernetzwerk bald weltweit?

Dies läßt auch die Antwort erahnen, mit der die Verantwortlichen auf eine Anfrage der Bild reagierten. „Ziel des Forschungsprojektes ist es zunächst, Lösungen für den offenen und respektvollen Dialog im Netz zu entwickeln – und dies ausgehend von den eigenen inhaltlichen Angeboten der beteiligten Partner. Das Projekt hat gerade erst begonnen und ist ergebnisoffen, so daß zu konkreten zukünftigen Anwendungen zu diesem Zeitpunkt noch nichts gesagt werden kann. Die Partner haben sich zunächst auf das gemeinsame Forschungsprojekt verständigt“, heißt es in dem entsprechenden Sender-Statement.

Wann das Netzwerk für alle, die selbst für Facebook inzwischen zu alt sind und denen das Internet, trotz NetzDG, noch nicht reguliert genug ist, konkret an den Start gehen soll, steht somit noch in den Sternen. Auch, ob es sich dabei um ein Angebot nur für den deutschen „Markt“ handeln soll, oder ob das ZDF die ganze Welt mit seinem digitalen Hort für betreutes Denken beglücken will, ist derzeit noch ungewiß.

Vorhang auf für Boris T. Kaisers Wochenrückblick Foto: : picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
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