Ampel-Koalition will auch Leihmutterschaft legalisieren
Ampel-Koalition will auch Leihmutterschaft legalisieren Foto-Illustration: picture alliance / Zoonar | Denis

Abtreibung und Auflösung der Ehe
 

Wie die Ampel-Koalition die Familie zerstören will

Olaf Scholz wurde am Mittwoch als neuer Bundeskanzler vereidigt. Die Gottesformel fehlte sowohl bei ihm, als auch bei vielen seiner Minister. Aber nicht nur dort fehlt der Bezug zu Gott. Der Koalitionsvertrag der Ampel ist eine einzige Gottlosigkeit, wie sie die Bundesrepublik noch nicht gesehen hat. Ganz vorne auf der Agenda steht die Zerstörung der Familie.

Natürlich wird dies nicht offen genannt, sondern hinter netten Schwurbler-Worten versteckt. So heißt es etwa: „Familien sind vielfältig. Sie sind überall dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen und brauchen Zeit und Anerkennung.“ Das heißt: Künftig könnten Polygamie und Vielweiberei als „Familien“ gelten – oder andere Haremskonstellationen, die sich selbst als „Familie“ bezeichnen. Daß es genauso ausgelegt werden kann, zeigt tatsächlich ein Satz wenige Zeilen später: „Da der Rechtsrahmen für die vielfältigen Familien der gesellschaftlichen Wirklichkeit noch hinterherhinkt, wollen wir ihn modernisieren.“

Diesen Worten liegt die subversive Theorie des radikalen Konstruktivismus zugrunde, nach der es keine objektive Wahrheit und Wirklichkeit gibt, sondern nur eine subjektive Zuschreibung. Damit ist all das Familie, was jemand so nennen möchte.

Kampf gegen die abendländische Ordnung

Natürlich geht es hier letztlich nicht um eine „Liberalisierung“ der Familie, sondern um eine vollständige Zerstörung der abendländischen Ordnung oder besser: von dem, was davon noch übrig ist.

Der aktuelle Kampf gegen die Familie im Westen ist eine Geburt des linken Flügels des Liberalismus und der Aufklärung. Das heißt, es gibt keine feststehenden Werte und Ordnungen, sondern nur das ewig Neue, die Selbstschöpfung des Individuums. Die 68er-Bewegung begann mit kommunistischen Schlagworten und ist mittlerweile zu einem „links-liberalen“ Lifestyle mutiert, der seine Radikalität mit Nettigkeit tarnt und schön framt.

Ein weiterer Bestandteil dieses links-liberalen Milieus ist die Legalisierung von Abtreibung. Sie soll zum Menschenrecht werden – bis zur Geburt, um die Frau und die Familie zu zerstören. Im Koalitionsvertrag wird auch dieses Ziel genannt und durch Schönfärberei versteckt: „Wir setzen eine Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin ein, die Regulierungen für den Schwangerschaftsabbruch außerhalb des Strafgesetzbuches sowie Möglichkeiten zur Legalisierung der Eizellspende und der altruistischen Leihmutterschaft prüfen wird.“ Wenn Abtreibung nicht mehr im Strafrecht steht, ist sie erlaubt – und zwar grenzenlos.

Naive Feministen auf den unteren Ebenen mögen hier eine angebliche „gute Sache“ sehen und weisen darauf hin, es sei ja ganz anders gemeint und nicht so schlimm. Doch die eigentlich Verantwortlichen wissen genau, was sie tun.

Die fatale Ideologie des Konstruktivismus

Was hier im Gange ist, ist der radikale Umbau unserer Gesellschaft und Kultur und er wird mit Milliarden Dollar weltweit vorangetrieben. Identitätspolitik, der Kampf von Gruppe gegen Gruppe, all das ist heute voll im Gange.

Es geht um die Grundfragen unserer Kultur: Was ist der Mensch? Was ist ein Mann, was ist eine Frau? Was ist die Familie?

Nach der Ideologie des Konstruktivismus lautet die Antwort: Nichts! Mann und Frau, Vater, Mutter, Kind – das alles gibt es „an sich“ nicht. Wahlweise entstammen sie dem „Patriarchat“, der „weißen“ Mehrheitsgesellschaft oder anderen ideologisch-gerechten Sündenböcken.

Familie ist heute nur das, was man dafür hält: Zwei Väter, zwei Mütter, ein Junge, der ein Mädchen sein will, ein Mädchen, das ein Junge sein will – alles erlaubt, alles gut, solange ich es nur will, lautet die Devise. Anything goes.

Man sollte sich aber nicht täuschen lassen: Es gibt eine Natur der Dinge. Wahrheit und Wirklichkeit sind keine Konstrukte. Wenn wir das nicht beachten, gehen wir unendlichem Leid entgegen. Wie kommen wir da wieder raus? Man muß nichts von Heidegger halten, aber einer seiner Sätze sollte nachdenklich stimmen: „Nur noch ein Gott kann uns retten.“

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Josef Jung, Magister Theologiae, betreibt das katholische Online-Magazin „Cathwalk“

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