Universitätsabsolventen: Kann sich die University of Austin als "anti-woke" Hochschule etablieren? (Symbolbild) Foto: picture alliance / NurPhoto | Jaap Arriens
Universitätsabsolventen: Kann sich die University of Austin als „anti-woke“ Hochschule etablieren? (Symbolbild) Foto: picture alliance / NurPhoto | Jaap Arriens

„Anti-woke“ Hochschulgründung
 

University of Austin: Vivat Academia in Texas

„Wir können nicht länger auf die Kavallerie warten. Wir müssen die Kavallerie sein.“ Mit diesen an Western-Filme angelehnten markigen Worten begründet der ehemalige Präsident des St. John`s College in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland, Pano Kanelos, ein ambitioniertes Projekt. Der Hochschullehrer ruft die University of Austin ins Leben. Ziel dieser neuen Universität soll es sein, Wahrheit und Freiheit im akademischen Leben wieder triumphieren zu lassen.

In seiner auf der Homepage der Journalistin Bari Weiss veröffentlichten Begründung, gibt Kanelos das repressive Meinungsklima an US-Hochschulen als Impuls für seine Initiative an. Unter anderem die von ihm genannten Beispiele der von Transgender-Ideologen zum Rücktritt gedrängten Philosophieprofessorin Kathleen Stock an der Universität Sussex und des Philosophen Peter Boghossian, der die Ideologisierung der US-Hochschulen eindrücklich beklagte, seien Beispiele, die die Neugründung notwendig machten.

Wie schlecht es um den Austausch unterschiedlicher Meinungen und wissenschaftlicher Standpunkte an den Universitäten in den USA steht, belegt Kanelos mit Umfragen. Denen zufolge befürwortet ein Viertel der dortigen Akademiker aus den Sozialwissenschaften den Rauswurf von Kollegen mit der „falschen“ Haltung zu Themen wie Einwanderung und Geschlechterunterschieden.

Kann die University of Austin Vorbildcharakter entwickeln?

Es ist leicht vorstellbar, wie groß der Leidensdruck insbesondere bei konservativen Akademikern sein muß, die tagtäglich als U-Boote oder innere Emigranten ihren Dienst in einer Institution versehen, die ihnen zunehmend feindlich gegenübersteht. So könnte die University of Austin ein Signal gegen die „woken“ Elite-Unis der USA wie Harvard oder Yale sein, wo immer neue Tollheiten des Gender- und Diversity-Furos gefeiert werden.

Das nun gestartete Projekt, das allerdings noch auf seine offizielle Anerkennung wartet, kann bereits auf international bekannte Wissenschaftlern zählen. So sind laut Kanelos der Historiker Niall Ferguson, der Linguist Steven Pinker, der Soziologe Jonathan Haidt sowie der Ökonom Glenn Loury mit an Bord. Auch Kathleen Stock zeigte sich über die Einladung zur Mitarbeit erfreut und bestätigte via Twitter ihr Engagement. Ebenso zählen demnach Boghossian und die Journalistin und Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali zu den Unterstützern.

Hoffentlich kann sich die University of Austin etablieren und einen Vorbildcharakter entwickeln, der langfristig auch ein Innehalten in den derzeitigen akademischen Bastionen der „Wokeness“ und linker Identitätsideologie bewirken möge. Auf daß an den Hochschulen wieder gelehrt und gelernt werde, unterschiedliche Meinungen auszuhalten und anzuerkennen. Der Grundstein ist jedenfalls gelegt. Nun muß sich zeigen, ob die University of Austin mit ihren Professoren auch Anziehungskraft als Alma Mater für Studenten entwickeln kann.

Universitätsabsolventen: Kann sich die University of Austin als „anti-woke“ Hochschule etablieren? (Symbolbild) Foto: picture alliance / NurPhoto | Jaap Arriens
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