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Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
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Grüne, Laschet, Zigeunerleben, Pirinçci, Impfen
 

Kaisers royaler Wochenrückblick

Während die Grünen in dieser Woche alles versuchten, um die aktuelle Hochwasserkatastrophe mitsamt ihren Toten für ihren Wahlkampf auszunutzen – und dabei jede noch so absurde Theorie an den Haaren herbeigezogen haben, um das Hochwasser mit dem Klimawandel zu erklären, hatte ihre Wählerschaft in den sozialen Netzwerken ganz andere Probleme.

Der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet zog den Unmut der stets auf der Suche nach einem neuen Opfer umherstreunenden politisch-korrekten Löwenmeute auf sich, weil er eine ältere Journalistin in einem Interview „junge Frau“ genannt haben soll. Ob der nordrhein-westfälische Ministerpräsident das überhaupt wirklich gesagt hat, oder nur etwas, das ähnlich klang, ist nicht so ganz klar.

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Er selbst bestreitet jedenfalls, daß eine solche Formulierung überhaupt zu seinem Sprachgebrauch gehöre. Der Internet-Mob ist sich aber sicher, die Worte „junge Frau“ gehört zu haben und empfindet sie als hochgradig sexistisch und reaktionär. Muß schön sein, wenn es einem in diesen Zeiten selbst so gut geht, daß man sich über einen derartigen Nonsens tatsächlich aufregen kann.

Wer gerade keine Lust hat, sich über vermeintlichen Sexismus zu empören, hat als Option natürlich immer noch den Klassiker unter den Pseudoproblemen: den eingebildeten Rassismus. So sorgte in diesen Tagen unter anderem das Wort „Zigeunerleben“ aus dem Mund der RTL-Moderatorin Katja Burkard und der Begriff „Schwarzfahren“ im öffentlichen Nahverkehr für Schnappatmung bei der geistig verschlafenen Woke-Bubble.

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Beim Deutschlandfunk Kultur hat man außerdem „Asterix neu gelesen“ und in dem französischen Comic-Klassiker „zwanghafte Prügeleien und ein bißchen Rassismus“ ausgemacht. Was soll man dazu noch sagen? Die spinnen, die Deutschlandfunker!

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Neues Buch von Akif Pirinçci

Für die Freunde der gepflegten politischen Unkorrektheiten ist in dieser Woche das neue Buch von Akif Pirinçci erschienen. Zwar ist die Novelle „Odette“ kein politisches Buch, aber in einer Zeit, in der vom Fußballspiel bis zum Fernsehkrimi alles politisch zu sein hat, kann genau das ein Politikum sein. Überhaupt wird Pirinçci immer mehr zu einem deutschen Michel Houellebecq. Vielleicht auch ein bißchen zu einem Charles Bukowski, Hunter S. Thompson oder Henry Miller, der – und dafür kann man Gott nur danken – gegenüber den zuletzt genannten drei Autoren den entscheidenden Vorteil hat, daß er noch lebt. Quasi ein raues Literatur-Urgestein zum Anfassen.

In „Odette“ geht es um Sex. Und um die Liebe eines namenlosen Germanistikstudenten in den frühen 1980er Jahren zu einer hocherotischen, ihn über alle Maße hinaus betörenden junge Frau. Es entwickelt sich eine Geschichte zwischen traumhafter Liebe und alpträumerischer Dramen, um Abhängigkeit, Exzesse und Selbstzerstörung. Hinter all dem liegt ein düsteres Geheimnis verborgen. Den Stil des Schriftstellers muß man mögen.

Der Bestseller-Autor schreibt so völlig anders als man es im oft sehr sterilen deutschen Literaturbetrieb gewohnt ist. Ich hatte immer ein Faible für diese rebellische, wilde, ungestüme, literarisch „undeutsche“ Form des Schreibens. Wenn Sie ein bißchen so sind wie ich, dann sei Ihnen der neue Pirinçci unbedingt ans Herz gelegt.

„Alles für die Gesundheit“, heißt das neue Motto

In der großen Politik geht derweil der Kampf gegen die sogenannten Impfverweigerer weiter. Impfpflicht, die Verweigerung von medizinischer Versorgung im Erkrankungsfall oder der dauerhafte Entzug der Grundrechte – keine Forderung ist zu menschen- und demokratiefeindlich, als daß sie nicht irgendein Politiker oder Journalist raushauen würde, ohne sich dabei vor negativen Konsequenzen zu fürchten.

Kein Wunder. Kanzlerin Angela Merkel und ihre multimedialen Helfeshelfer haben dem Volk als Grundlage für so ziemlich jede mögliche Schweinerei ja bereits die völlig irrationale Panik vor einem Virus mit einer Überlebenswahrscheinlichkeit von – man kann es gar nicht oft genug betonen – nahezu 100 Prozent eingeimpft.

Argwöhnisch schauen die Deutschen auf alle, die sich nicht sklavisch an die von der Regierung befohlenen Maßnahmen halten. Auch dann noch, wenn diese Maßnahmen noch so demütigend sind und sich, wie viele der Lockdown-Regeln, als sinn- und wirkungslos beziehungsweise völlig unnötig erweisen.

Der „Impfverweigerer“ könnte so schnell aufsteigen zum Staatsfeind Nummer eins und ultimativen „Schädling an der Volksgesundheit“, der froh sein kann, wenn er in Zukunft nur von den Hygiene-Partys der Geimpften fernbleiben muß. „Alles für die Gesundheit“, heißt das neue Motto einer Gesellschaft, in der das Sterben so tabu geworden ist, daß das Leben keine Freude mehr macht und sich das Überleben kaum noch lohnt.

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