Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
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ZDF, WDR und Grüne
 

Kaisers royaler Wochenrückblick

Die ZDF-Journalistin Nicole Diekmann hat sich dieser Tage endgültig in den digitalen Meinungsbunker zurückgezogen. Auf Twitter läßt die Autorin die meisten ihrer Tweets nur noch von Leuten kommentieren, denen sie selbst folgt. Das sind immerhin knapp über 700 Accounts. Bei rund 105.000 Followern ist das dennoch eine ziemlich maue Quote.

Das Interesse der öffentlich-rechtlichen Fernsehfrau am Feedback der Gebührenzahler scheint also in etwa so groß zu sein, wie das der Bundeskanzlerin an einem möglichst allumfassenden und breitgefächerten Expertenkreis zur Bewältigung der Corona-Krise.

Aschermittwoch kündigte Diekmann an: „Ich faste Haßkommentare und habe die Kommentarberechtigten stark eingeschränkt.“ Dies sei für sie, so behauptet die Korrespondentin des ZDF, „nicht schön – aber erleichternd“.

Das Online-Leben der Anderen

Wenig Verständnis hat die Buchautorin („Die Shitstorm-Republik: Wie Haß im Netz entsteht und was wir dagegen tun können“) anscheinend für Leute, für die zu einer Diskussion mindestens zwei unterschiedliche Standpunkte gehören. Ganz besonders allergisch reagiert die Mitarbeiterin des eigentlich zur politischen Ausgewogenheit verpflichteten Rundfunks, wie die meisten ihrer Kollegen, auf jeglichen Meinungsaustausch mit Vertretern der AfD.

„Gerade den ersten AfD-Funktionär bei Clubhouse gesehen. Eingeladen von einem Junge Union-Mann aus Sachsen“, berichtete die Wachhabende kürzlich entsetzt auf ihrem Twitter-Account über das Online-Leben der Anderen.

Meinungsvielfalt nicht mehr erwünscht

Die Zeiten, in denen Meinungsvielfalt als Voraussetzung für eine echte Debatte und unverrückbarer Grundsatz der Demokratie galt, sind eben lange vorbei. Diekmann müßte, ohne ihr zu nahe treten zu wollen, aber eigentlich alt genug sein, um sich an diese zumindest noch erinnern zu können.

Lange Zeit war dieser Grundsatz noch so sehr breitgesellschaftliches Allgemeingut, daß sogar Helmut Kohl bei seinen Wahlkampfauftritten seinen schreienden und pfeifenden Gegendemonstranten regelmäßig ein Zitat von Rosa Luxemburg entgegenzurufen pflegte: „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden.“

Natürlich verachtete die Kommunistin die Demokratie in Wirklichkeit mindestens so sehr wie Diekmann den aufmüpfigen Gebührenzahler und meinte den Satz nicht so, wie ihn der Christdemokrat aus der Pfalz verstanden haben wollte. Seine Wirkung bei den Hörern, nicht nur im eigenen politischen Lager, verfehlte er dennoch nur selten.

WDR bittet um Vergebung

Optimistisch stimmt, daß die Gefahr, die die derzeit so verbreitete „Cancel Culture“ für das freie Denken und Handeln darstellt, von immer mehr Menschen erkannt wird. Was natürlich nicht bedeutet, daß die Feinde der Meinungsfreiheit sich nicht dennoch in atemberaubender Geschwindigkeit weiter radikalisieren und dabei immer mehr an Einfluß gewinnen. Sonst verginge schließlich auch nicht kaum mehr eine Woche, ohne daß sich selbst der politisch oberkorrekte WDR für irgendetwas vermeintlich politisch unkorrektes entschuldigen „müßte“.

Nach dem demütigen zu Kreuze kriechen wegen „zu vieler Weißer“ in der Sendung „Die letzte Instanz“, bat das dritte Programm die „Krieger der sozialen Gerechtigkeit“ in der vergangenen Woche um Vergebung für das „Blackfacing“ in der Wiederholung einer elf Jahre alten Karnevalssendung. Um der eigenen Reue noch mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, hat der Sender die entsprechende Sequenz in der Mediathek unkenntlich gemacht beziehungsweise mit einer Hinweistafel überdeckt. Mit dem Entschuldigen bei der „Woke Bubble“ ist es eben wie mit dem Essen von Kartoffelchips. Wenn man einmal damit angefangen hat, kann man nicht so einfach wieder aufhören.

Grüne wollen neues Ministerium

Damit sich in Zukunft wirklich niemand mehr diskriminiert fühlen muß, wobei es natürlich jeder (abgesehen von weißen „Cis-Männern“) weiterhin darf, fordern die Grünen jetzt ein Ministerium für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Das neue Ressort soll natürlich nicht nur neue staatlich subventionierte Jobs und Posten für Leute schaffen, die sonst nirgendwo zu gebrauchen sind. Vielmehr ginge es darum, die Bereiche Antidiskriminierung, Einwanderung, Migration, Flucht und Demokratieförderung zu bündeln, heißt es aus der ultimativen Problemlöser-Partei für selbsterfundene Probleme.

So streben die Grünen einen Sozialismus in der eigenen Parteifarbe an, in dem gleich alles und jeder vereinheitlicht wird. Freiheit und Individualismus sind eben zwei zarte Gewächse, die selbsternannte Umweltschützer nicht wirklich erhalten wollen.

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