Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
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Auswärtiges Amt, die Bild-Zeitung und Corona
 

Kaisers royaler Wochenrückblick

Das Gleichstellungsbüro des Auswärtigen Amtes (AA) hält Männer offenbar generell für eine Gefahr für Frauen. Männlichkeit deutet es per se als die Ursache für Gewalt gegen sie. Warum dem so sei, erklärt der Soziologe Rolf Pohl in einem Interview mit der Kampagne „Zeichen setzen“. Diese soll in der Behörde für mehr Gleichberechtigung unter den eignen Mitarbeitern sorgen.

Männer seien „auf dem Feld der Sexualität“ gegenüber Frauen einer „fremden Kontrolle“ unterworfen. Der Wunsch von Männern „nach Autonomie und Erhabenheit“, meint der Soziologe, entspreche einer „trügerischen Illusion“. Deshalb sei „Männlichkeit ein fragiler und krisenanfälliger Zustand“. Inwieweit der gute Mann hier aus eigener Erfahrung spricht, erfahren wir nicht. Auch die Frage in welchem Zustand er selbst war, als er das AA-Interview gab, bleibt erst einmal offen.

Keinerlei Zweifel läßt Pohl aber daran aufkommen, daß diese Fragilität und Krisenanfälligkeit bei „Konflikten“ dazu führen würde, daß diese „immer auch als Krise der Männlichkeit“ erlebt werden würden, die „notfalls mit Gewalt repariert werden“ müßten. Alle Männer, die nicht daran glauben und selbst auch noch nie zu einem solchen Mittel gegriffen haben, kann Professor „Woke“ eines besseren belehren. Denn er faßt den Gewaltbegriff ganz im Sinne des neuen linksradikalen Feminismus ziemlich weit.

Als Gewalt eingestuft

Auch „reales oder digitales Mobbing“, „anzügliche Bemerkungen“ oder „obszöne Witze“ werden von dem Laberwissenschaftler als „Gewalt“ eingestuft, die eine „beabsichtigte Auslöschung der Frau als Subjekt“ und deren „Tötung“ bedeuteten. Hier nimmt die woke Ideologie einmal mehr schon fast religiöse Züge an. Wer nach dieser Moralpredigt an die männlichen Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes noch immer glaubt, ohne Schuld zu sein, der werfe den ersten Aktenordner.

Eine neue Regelung, die man nach dem Rauswurf von Ex-Bild-Chef Julian Reichelt beim Axel Springer-Verlag gerade plant, dürfte da ganz im Sinne der staatlichen „Zeichen setzen“-Kampagne sein. Dort sollen Mitarbeiter künftig sexuelle Beziehungen innerhalb der eigenen Belegschaft offenlegen. Es soll ja Leute geben, die sogar ihren Ehepartner auf der Arbeit kennengelernt haben. Künftig müssen die Kollegen dann zumindest nicht mehr warten, bis sie eine Einladung zur Hochzeit erhalten oder sich die Bürobekanntschaften in die Elternzeit verabschieden, um die Sache über den Flurfunk offiziell machen zu können.

Damit sollen persönliche Kontakte, früher sagte man auch „Vitamin-B“, die jemandem beim Erklimmen der Karriereleiter helfen könnten, verhindert werden. Trotzdem wird es sie natürlich weiterhin geben – ob vorschriftsgemäß offen oder weiter im Geheimen. Übrigens gilt dies nicht nur für Frauen. Zu meiner Zeit in den Mainstream-Medien gab es den Spruch: „Frauen können sich hochschlafen, Männer müssen sich hochsaufen.“ In wie weit man das Spiel mitmacht, blieb jedem selbst überlassen. Wenn Leute geglaubt haben, sie hätten so etwas nötig, hatten sie – zumindest meiner Erfahrung nach – in der Regel meistens recht. Wer wirklich was drauf hat, schafft es normalerweise auch ohne sich nach oben zu „schleimen“. Da braucht es keine Gouvernanten und offiziellen Anstandswauwaus.

Überwachung liegt im Trend

Aber gängelnde Vorschriften und ihre moralinsaue Überwachung liegen in Deutschland nun mal gerade wieder voll im Trend. Das gilt auch nach wie vor beim Thema Corona. Daß die Zahlen hier gerade mal wieder steigen – wie es im übrigen auch saisonal bedingt bei der Grippe immer wieder der Fall war – ist für viele Anlaß, ihrer Gier nach Unterdrückung mal wieder freien Lauf zu lassen. Markus Söder (CSU) hat für Bayern erneut den Katastrophenfall ausgerufen. Karl Lauterbach (SPD), der Duracell-Hase des Corona-Alarmismus, warnt und warnt und warnt. Und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält bereits einen neuen Lockdown für möglich.

Wo wir das Thema gerade einmal angeschnitten haben: Auch eine Grippe ist übrigens eine Virus-Erkrankung. Auch an Grippe erkranken Alte und immunschwache Menschen besonders schwer. Wer an Corona stirbt, hätte auch an Grippe sterben können. Wer sich eine Vorstellung davon machen will, wie oft die Maßnahmen noch „gut begründet“ hochgefahren werden könnten, dem sei deshalb auch geraten, sich die saisonalen Warnungen vor der jeweils aktuellen Grippewelle aus der Vergangenheit anzuschauen.

Nie war mehr Einsamkeit

Gegen die herkömmliche Grippe konnte man sich übrigens schon seit Ewigkeiten impfen lassen. Die Impfquote war hier dennoch deutlich geringer als jetzt bei Corona. Übrigens auch, da kann man sich sehr sicher sein, unter den jetzigen Impfbefürwortern. Man stelle sich vor, es hätte schon immer an jeder Ecke Grippe-Testzentren gegeben. Wie lange hätten wir wohl schon eine Pandemie? Noch interessanter ist die Frage, ob die Politik bei einem ständigen, jahrzehntelangen Grippe-Alarm auch in der Lage gewesen wäre, die jetzt so knappen Notfallbetten in den Krankenhäusern immer weiter kontinuierlich zu reduzieren, ohne daß sich dagegen allzu großer Widerstand im Volk geregt hätte, weil dieses viel zu sehr damit beschäftigt gewesen wäre, sich auf Grund eines Impfstatus gegenseitig zu bekriegen.

Aber mit der Installierung des neuen Gesundheitskollektivismus hat die Obrigkeit es geschafft, uns bis ins Tiefste zu spalten und so, trotz totalem Versagen nicht nur im Bereich der Corona-Politik, die eigenen Machtpositionen zu sichern. Das Prinzip „teile und herrsche“ funktioniert noch immer und es wird vor unser aller Augen gerade perfektioniert. Das Kollektiv war selten größer, der gesellschaftliche Zusammenhalt wohl kaum irgendwann einmal geringer. Von der persönlichen Freiheit und der gegenseitigen Akzeptanz der freien Entfaltung des jeweils Anderen als selbstständig denkendes und handelndes Individuum ganz zu schweigen. Nie war mehr Gemeinschaft. Nie mehr Einsamkeit.

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