Brennende Autos in Minneapolis Foto: picture alliance/Capital Pictures
Unruhen in den USA

Minneapolis und die linken Mythen

Ein abstoßender Fall von überzogener Polizeigewalt kostet einen Schwarzen im US-Bundesstaat Minnesota das Leben. Und tagelang brennen in den USA wieder Minneapolis und weitere Städte, setzt ein entfesselter Mob Häuser und Autos in Brand, plündert Läden und verwüstet Wohnviertel.

Die tonangebenden Leitmedien übernehmen ungeprüft die gängige ideologische Interpretation: Der Tod des George Floyd, der unter dem Knie eines brutalen Polizisten jämmerlich auf der Straße erstickt war: ein weiterer Beweis für allgegenwärtigen Rassismus im allgemeinen und rassistische Polizeigewalt im besonderen. Die Randalierer und Marodeure: „Protestierer“ mit gerechtem Zorn im Bauch. Deutsche Leitartikler schreiben es von US-Leitartiklern ab, der Fall scheint klar.

Aber so einfach ist es nicht. Die Statistiken geben die Erzählung von Alltagsrassismus und rassistischer Polizeigewalt gerade nicht her. Für farbige US-Bürger ist es das größte Risiko, von farbigen Kriminellen erschossen zu werden. Für amerikanische Polizisten übrigens ebenfalls. Schwarze Polizisten greifen deswegen nicht seltener zur Waffe, auch nicht gegen farbige Verdächtige, sondern tendenziell sogar noch häufiger.

„Black Lives Matter“ geht es nicht um Gerechtigkeit

Und schwarze junge Männer geraten nicht deswegen besonders häufig ins Visier der Polizei, weil diese eine Art Ku-Klux-Klan mit Schirmmütze wäre, sondern weil diese Bevölkerungsgruppe nun mal besonders kriminalitätsbelastet ist. Das läßt sich auch nicht dadurch wegdiskutieren, daß man alles Negative auf „die Gesellschaft“ schiebt, um Kriminelle zu Opfern umzufälschen.

Das festzustellen relativiert den konkreten Fall von Polizeigewalt in Minneapolis keineswegs. Aber es lenkt den Blick darauf, daß dieser Fall durch die einschlägigen Aufpeitscher und Lobbyisten skrupellos instrumentalisiert und mißbraucht wird. Etwa durch die dubiose linke Organisation „Black Lives Matter“, der es nicht um Aufklärung und Gerechtigkeit geht, sondern um politische Agitation.

Durch die linksextreme sogenannte „Antifa“, die bei den Krawallen offenkundig eifrig mitmischt. Oder durch die üblichen Wortführer aus Sport- und Show-Prominenz, denen jeder Anlaß recht ist, ihren Haß auf den amtierenden US-Präsidenten auszuleben.

Der hatte korrekt reagiert, den konkreten Übergriff verurteilt und eine umfassende Untersuchung angeordnet. Das wäre die rechtsstaatliche Antwort. Zu wenig für diejenigen, die in periodisch wiederkehrenden Kampagnen Polizei und Justiz unter Generalverdacht stellen, um die gesellschaftlichen Gewichte in Richtung Gesinnungsstaat zu verschieben. Für diese ideologische Agenda ist das zu Randale und Gewalt aufgehetzte Fußvolk nur Mittel zum Zweck.

Fatale Einäugigkeit

Den durchschnittlichen Spiegel– oder „Tagesschau“-Redakteur, der sich schon für weltläufig hält, wenn er mal bei CNN reinschaut oder einen New York Times-Leitartikel umschreibt, der aus demselben ideologischen Stall kommt wie er selbst, interessiert diese Dimension freilich nicht.

Die Einäugigkeit ist fatal. Linksextreme, die es für „Antirassismus“ und „Antifaschismus“ halten, Polizisten zu diffamieren und anzugreifen, gibt es hierzulande nämlich auch. Ebenso gezielte Einschüchterungen aus dem Milieu krimineller migrantischer Parallelgesellschaften. Wer reflexhaft und einseitig Polizisten zu wohlfeilen Prügelknaben macht, braucht sich nicht zu wundern, wenn die „dünne blaue Linie“, die Ordnung vom Chaos trennt, irgendwann dann doch nicht mehr hält.

Brennende Autos in Minneapolis Foto: picture alliance/Capital Pictures

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