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Der SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindh setzt auf Prävention statt Abschiebungen Foto: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
Migrationspolitik, Islam und SPD

Helge Lindh – sozialdemokratische Kulturkompetenz mit Wumms

Mit naheliegenden Lösungen hat es die SPD nicht so. Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Attentat eines Syrers in Dresden, bei dem ein Mann getötet und ein weiterer schwer verletzt wurde, will der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Helge Lindh jedenfalls nicht über Abschiebungen diskutieren. Auf Twitter ließ er die Welt wissen, daß statt dessen „kluge Prävention gegen religiös begründete Radikalisierung und Extremismus Gebot der Stunde seien“.

Dabei gelang es dem 43jährigen, der deutschen Gesellschaft per Wink mit dem Zaunpfahl eine indirekte Mitschuld am mörderischen Fanatismus des Flüchtlings zu geben. „Er radikalisierte sich in Deutschland“, so die mahnende Worte Lindhs. Mit dieser Argumentation liefert der Wuppertaler Sozialdemokrat die Universalerklärung für Terror durch Migranten hierzulande. Der Aufenthaltsort eines Menschen ist demnach schuld an seiner Radikalisierung, nicht der Mensch und seine Ideologie oder sein Glaube.

Aber daß ausgerechnet von Lindh kritische Worte zum Islam und dessen Auswüchsen kommen würden, war ohnehin nicht zu erwarten. Der SPD-Abgeordnete buhlt mit großem Einsatz um die Stimmen moslemischer Wähler. Anläßlich des islamischen Zuckerfestes grüßte er auf Arabisch.

Sarrazin verursacht bei Lindh Wutanfall

So ist es für Lindh auch „ein Beweis höherer Gerechtigkeit“, daß Thilo Sarrazin ausgerechnet am höchsten moslemischen Feiertag, dem Opferfest, aus der Partei ausgeschlossen wurde. In dem Zusammenhang bewältigte er auch eine emotionale Belastung, die er Dank Sarrazin seit einer Dekade mit sich herumschleppt. „2010 bekam ich bei der Juso-Landeskonferenz in Bielefeld einen Wutanfall seinetwegen.“

Daß er sich davon erholt hat, bewies er im Juni, als er schwungvoll das Konjunkturpaket der Bundesregierung mit fliegenden Fäusten lobte.

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Vielleicht widmet sich der Parlamentarier ja künftig selbst der von ihm geforderten „klugen Prävention“ gegen die Radikalisierung von Moslems in Deutschland. Laut Eigendarstellung ist er ja durchaus kultursensibel und sprachlich kompetent. Und falls es dabei doch mal brenzlig werden sollte, kann er sich ja aus der Situation rausboxen.

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