Klimasünder

Die Mär von der sauberen Energie

Was vor 100 Jahren noch ein gottesfürchtiges Leben war, um ein reines Gewissen zu haben oder Anerkennung innerhalb der Gemeinde zu erlangen, ist heute ein CO2-neutraler Lebenswandel. Man fährt mit den Öffis, besser noch mit dem Fahrrad. Man ernährt sich vegetarisch, besser noch vegan. Man hält sich kein Haustier, besser noch kein Kind. Alles für die Zukunft, eine Zukunft ohne Menschen eben.

Die Klimarettungsindustrie betreibt ein erfolgreiches Marketing, es zielt direkt auf das Gewissen der Menschen. Die wirklich wichtigen Fragen des Lebens lauten heute: Wie weit fliegt deine Banane, bis sie in deinem Müsli landet? Auf wieviel Quadratmetern hat dein Steak gelebt? Was sagst du deinen Kindern, wenn der letzte Tropfen Benzin in den Zylindern deines SUVs verpufft ist? Die Botschaft ist, daß wir alle Sünder sind. Da hilft auch keine Reue, für Klimasünden gibt es keine Vergebung. Das einzige, was wir noch richtig machen können, ist auszusterben.

Neue Hiobsbotschaft

Vergessen Sie Schlagwörter wie „ethisch“, „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“. Das neue Zauberwort heißt „klimaneutral“. Früher galt als Mann, wer ein Haus gebaut, einen Baum gepflanzt und einen Sohn gezeugt hat. Heute hat man die Klima-Reife erreicht, wenn man die Erde ohne einen CO2-Fußabdruck wieder verläßt. Aber jetzt sind wir ja schon einmal da, Aussterben geht nicht von heute auf morgen, wir brauchen eine Lösung und diese heißt „erneuerbare Energien“.

Doch ein klimafreundliches Leben ist nicht so einfach, wie es aussehen mag. Denn der klimarelevante Unterschied zwischen fossilen und erneuerbaren Energien ist nicht so groß wie gewünscht. Ganz im Gegenteil, die ersten 100 Jahre machen wir mehr kaputt, als wir zu retten versuchen.

Diese Hiobsbotschaft überbrachten zwei Harvard-Ingenieure. Lee Miller und David Keith veröffentlichten bereits im Oktober 2018 ihre Studie „Climatic Impacts of Wind Power“, in der sie an der Unantastbarkeit der Windenergie rüttelten. Denn die bis zu 200 Meter hohen Windanlagen entziehen der Umgebungsluft mit ihren Rotorblättern Energie. Dadurch verringert sich die Windgeschwindigkeit, eine dauerhafte Erwärmung der Luft tritt ein und sorgt für einen lokalen Temperaturanstieg.

Besonders nachts herrschen am Boden durch die Luftverwirbelung höhere Temperaturen. Dies führt dazu, daß die Böden stärker austrocknen. Die Harvard-Ingenieure kommen nach einer Hochrechnung auf einen durchschnittlichen Temperaturanstieg von 0,24 Grad Celsius, würde die USA die komplette Energieversorgung mit Windkraft abdecken.

Tücken über Tücken

David Keith schätzt, daß in den ersten 100 Jahren die Windkraftanlagen mehr für die Klimaerwärmung verantwortlich sind, als sie im Gegenzug zur Einsparung von CO2-Emissionen beitragen: „Wenn die Perspektive die nächsten zehn Jahre ist, hat Windkraft in mancher Hinsicht mehr Klima-Einfluß als Kohle oder Gas“.

Gut also, daß sich auch Protest gegen diese absolutistische Klimareligion regt. Laut der Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) liegt die Zustimmung für erneuerbare Energien zwar bei 93 Prozent der Bevölkerung, aber kaum jemand will die Windmühlen vor die Nase gebaut bekommen. Über 1.000 Bürgerinitiativen lehnen sich inzwischen deutschlandweit gegen die Neuerrichtung der Industrieanlagen auf und gehen dabei gegen Kommunen und Betreiber vor Gericht. Auch Naturschutzverbände schlagen Alarm und warnen vor den Gefahren für Tier und Umwelt.

Sollen wir also unser Heil in der Wasserkraft suchen? Wasser kann ja schlecht Treibhausgas produzieren. Aber auch das saubere Wasser birgt so manche Tücken. Peter Bosshard, von der Organisation „International Rivers“, erklärt, daß bei den Stauseen in den Tropen die Biomasse auf dem Areal vor dem Fluten nicht entfernt werden würde. All die Bäume würden dann langsam verrotten und bis zu zehnmal so viel Treibhausgase freisetzen, wie ein Kohlekraftwerk mit ähnlicher Effizienz. Was tun, sprach Zeus. Bleibt wohl nur noch, uns der Flugscham, der Fleischscham und der Kinderscham zu ergeben.

Windrad in der Gemeinde Scharbeutz in Schleswig-Holstein Foto: picture alliance/chromorange

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