Anwältin der Opfer

Die Jugendrichterin Kirsten Heisig ist derzeit eine gefragte Frau. Denn sie spricht Wahrheiten aus, die unsere Medien an sich nur ungern äußern. Zum ersten Mal sorgte die streitbare Juristin vor einem Jahr für Aufsehen, als sie drei junge Türken wegen Beleidigung verurteilte, unter anderem für den Satz: „Die Deutschen müssen vergast werden.“ Nicht nur die Verurteilung bis zu vier Wochen Haft war eine Sensation – werden derartige Vorfälle doch sonst für gewöhnlich erst gar nicht belangt –, sondern auch die Erklärung der 46jährigen Berliner Richterin: „Sehr viel härter“ hätte sie die Täter bestraft müssen, wären es Deutsche gewesen, stellte sie nüchtern fest. Damit machte sie aktenkundig, daß längst wahr geworden ist, was viele bisher nur unter umgekehrten Vorzeichen zu skandalisieren bereit sind: Wir leben in einer Zeit des um sich greifenden „Rassismus“ – auch in der Justiz – gegen Deutsche. „Scheiß-Deutscher“, „Schweinefleischfresser“, „Scheiß-Christ“ – minutiös zählt Heisig die immer zahlreicher werdenden Beschimpfungen auf, die ihr in den Akten begegnen. Auf einen jungen Gewalttäter deutscher Herkunft kommen drei Jugendliche aus arabischen oder türkischen Familien. Die Opfer dagegen sind häufig Deutsche. Und auch mit einer anderen Lebenslüge räumt die Juristin auf, die nunmehr seit fünfzehn Jahren als Richterin arbeitet: Täter sind nicht nur Opfer. Jugendliche am Beginn einer kriminellen Karriere will sie – juristisch einwandfrei – durch kurze Haft zur Verantwortung erziehen. Wo sonst monatelange Verfahren anhängig sind, strebt sie Verurteilungen bereits nach einer Woche an. Und auch Eltern will Heisig, die seit einem Jahr im Problembezirk Neukölln (Rütli-Schule) arbeitet, in die Pflicht nehmen: „Die Eltern gewalttätiger Kinder gleich welcher Nation müssen sich bewußt sein, daß sie sich der Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder zu Gewaltfreiheit und für ihre Bildungschancen nicht entziehen können.“ Außerdem fordert Heisig die Lehrer auf, das als „Schulschwänzen“ verharmloste Fernbleiben – manchmal mit Erleichterung aufgenommen – künftig nicht mehr zu tolerieren. Auch nach geltender Gesetzgebung müssen Eltern mit Sozialhilfe Bußgeld zahlen oder können sogar in Erzwingungshaft genommen werden. Solche Töne hört der Berliner Senat nicht gerne, betrachtet die rot-rote Regierung den Sozialstaat doch eher als Klientelverwaltung. Das inzwischen bundesweit beachtete „Neuköllner Modell“ wird so als Störung wahrgenommen. Oberstaatsanwalt Roman Reusch, der zusammen mit Heisig das Modell einer lokalen, täterorientierten Vernetzung von Polizei, Justiz und Schule aufbaute, wurde von SPD-Justizsenatorin Gisela von der Aue bereits geschaßt (JF berichtete mehrfach). Offiziell wird Heisig noch gelobt, doch dürfte von der Aue nicht vergessen haben, wie sie im Sommer der Presse eine sinkende Jugendkriminalität verkündete – und Heisig zeitgleich das Gegenteil nachwies.

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