Mutige Frau

Unter dem Deckmantel des „Multikulturalismus“ werden in vielen islamischen Familien auch in westlichen Staaten Menschenrechte verletzt. Daher fordern europaweit immer mehr Politiker: wer sich nicht integrieren will, müsse das Land verlassen. Hollands derzeit bekannteste Islam-Kritikerin weiß, wovon sie spricht. Vor zehn Jahren floh die heute 32jährige Ayaan Hirsi Ali aus Nordafrika, um einer aufgezwungenen Heirat zu entgehen. Sechs Söhne sollte sie ihrem Mann, einem fundamentalistischen Moslem, gebären. Gegen ihren Willen hatte ihr Vater sie verheiratet. Die gebürtige Somalierin war 22 Jahre alt, als sie sich für die Freiheit entschied und in den Niederlanden ein neues Leben anfing. Im vergangenen Herbst wurde Ayaan Hirsi Ali in den Niederlanden bekannt, als sie mit einer öffentlichen Islamschelte Aufsehen erregte. Es fielen dabei Sätze, die man bis dahin nur von dem ermordeten Politiker Pim Fortuyn kannte. Durch ihre Biographie und die Beispiele, die sie aus eigener Umgebung kannte, erregte sie besondere Aufmerksamkeit. „Multikulturalismus soll Integration unter Beibehaltung der eigenen Identität bedeuten, aber das heißt doch gar nichts. Wenn sich unter diesen Umständen Gruppen von Ausländern absondern, unter sich bleiben, ihre Frauen einschließen und ihren Töchtern die Schule verbieten – ist es etwa das, was man unter Beibehaltung der eigenen Kultur versteht?“. „Das hat mit Respekt vor anderen Kulturen nichts zu tun“, kritisierte sie. „Das ist das schlechte Gewissen des weißen Mannes, nichts anderes.“ Die Konsequenz: offene Schmähungen und Aufrufe zur Gewaltanwendung auf Weltnetzseiten der Immigrantenszene. Die Kritikerin mußte mit Morddrohungen und Leibwächtern leben, und tauchte für Monate in den USA unter. Ihre politische Laufbahn hatte bereits begonnen, als Hirsi Ali im Fernsehen gegen den Multikulturalismus hervortrat. Sie arbeitete als Politikwissenschaftlerin für die Wiarda-Beckman-Stiftung, einer Art Denkfabrik der sozialdemokratischen Partij van de Arbeid (PvdA). Auch von der PvdA-Basis und von diversen multikulturellen Aktivisten gab es spontane Ablehnung und Kritik an ihren Aussagen. Funktionäre forderten ihre Entlassung: ihr Verhalten sei parteischädigend. Dann kam mitten im Wahlkampf ein Angebot der rechtsliberalen VVD: Wechsel zur neuen Partei, sicherer Listenplatz fürs Parlament, volle Unterstützung für ihr Engagement in Fragen Emanzipation moslemischer Frauen. Als Hirsi Ali aus den USA zurückkehrte, war der Parteiwechsel bereits perfekt. Ihren Ex-PvdA-Genossen ist der Schock bis heute anzumerken. „Der Islam vertröstet auf das Paradies“, spottet die junge Somalierin, „die Sozialdemokraten auf eine Besserung in zehn oder zwanzig Jahren.“ Auch als neugewählte VVD-Abgeordnete hält sie an ihrem harten Kurs fest: „Schluß mit dieser falschen Toleranz, die in Wahrheit Ignoranz ist und sogar Feigheit.“

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