Treckerfahren gegen Rechts

Rasenmäher, Schlepper, Kettensägen: „Manchmal können es auch ganz einfache Dinge sein“, findet der 28jährige Gunther Hiestand, Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL), der „mit Rasenmähern und Landmaschinen gegen den Rechtsextremismus im ländlichen Raum“ vorgehen will. Dazu hat der BDL sogar zu einer Fachtagung „Es wächst nicht einfach Gras darüber“ geladen, bei der die Ergebnisse einer gleichnamigen Studie vorgestellt wurden und weiteres Handeln zur Beratung stand. Im BDL-Junglandwirte Newsletter (Nr. 17/2009) wird darüber eingehend berichtet, alles ganz artig mit Binnen-I: „Ohne Netzwerke und den Zusammenschluß von allen AkteurInnen in den ländlichen Räumen wird es nicht gehen“, ist das Ergebnis. Deshalb fordert der BDL, daß die Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus nach 2010 unbedingt weitergefördert werden müssen.

Am meisten hat die 70 „TeilnehmerInnen“ der Fachtagung aber wohl die Aktion einiger „BewohnerInnen“ des oberbayerischen Örtchens Kochel am See fasziniert, die eine NPD-Veranstaltung zur Bundestagswahl mit dem Einsatz von Agrartechnik stören konnten, da die Polizei den genehmigten Wahlkampf vor dem Rathaus nicht auflösen wollte. In umliegenden Gärten mähten einigen Kochler stundenlang den Rasen, machten mit Motorsägen Kleinholz, oder Bauern fuhren mit Treckern hin und her, so daß die SPD-Ortsvorsitzende Angelica Dullinger über den „kollektiven, aber individuellen zivilen Ungehorsam“ ganz verzückt war. In diesem Sinne fordert Hiestand nun seine Landjugend auf, „den Rechtsextremen etwas entgegenzusetzen“.

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