Islamische Wende

Seit einem Jahr versucht die Türkei ihr Image im arabisch-muslimischen Lager auf Kosten der Beziehungen zu Israel aufzupolieren. Jüngster Streich war letzte Woche die abrupte Ausladung Israels von einer lang geplanten Luftwaffenübung. Man folge damit, so der türkische Premier Erdoğan, dem Willen des Volkes. Dabei hatte man sich seit Jahren daran gewöhnt, daß die Türkei als einziges muslimisches Land mit Israel in einer „Strategischen Partnerschaft“ kooperierte. 1996 vereinbart, sollte der Schulterschluß die unfreundlich gesinnten Anrainer in Schach halten und sich für beide auszahlen. Jahrelang bezogen die Türken Rüstungstechnologie aus Israel, und dessen Luftwaffe konnte über der Türkei üben. Doch die Zeiten haben sich geändert.

In der Türkei regieren nicht mehr die Militärs, sondern die islamische AKP, und Israel wird im Umgang mit den Palästinensern immer rigider. Die Entfremdung begann mit der scharfen Kritik Erdoğans an Israel nach dem Gaza-Krieg. Jetzt hat Ankara verlangt, im Atomstreit mit Iran auch über Israels Atombomben zu sprechen. Und während Israel noch über die Manöverausladung schimpfte, reisten Erdoğan nach Bagdad und sein Außenminister Davutoğlu nach Damaskus – mit dem Ziel, ein Bündnis Irak–Syrien–Türkei aufzubauen und womöglich einen geopolitischen Richtungswechsel einzuleiten.

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