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Wenn deutsche Weihnachtsfreuden verfliegen

Wenn Petrus so weitermacht, könnte es ein schönes Weihnachten werden. Ja es könnte, vornehmlich für Berufs-Singles (linksliberal, gemäßigt antideutsch): Weiße Weihnacht, wie könnte man sich nicht über „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ und ähnliches Liedgut amüsieren! Der ganze Familienkitsch, dem man am besten ins schneesichere Hochgebirge oder im Flieger in den Süden entkommt. Nein, Weihnachtsfluchtpläne stehen in diesem Jahr unter einem Unstern: Wenn’s weiter so schneit, wird der im Mai gebuchte Urlaub in Ischgl problematisch: Wie da hinkommen, wenn man im Stau total genervt, die Freundin zetert, die Schneeketten anliegen muß? Also besser unter Vorwand (Krankheit, drohender Sterbe- und Erbfall) schnell stornieren? Last-minute-Reisen, derzeit massenweise im Internet. Warum nicht auch mal ‘ne Kreuzfahrt, mit all den Seniorenspießern? Flug nach Athen, Kreuzfahrt durch Suez-Kanal zu den Seychellen, Rückflug von Réunion. Na, lieber nicht, am Horn von Afrika, auch bei Oman, wimmelt’s neuerdings von Piraten — wie einst, ehe die Portugiesen dort aufräumten, später die Briten. Wer will garantieren, daß Merkels Marine die Seeräuber-Clans in den Griff kriegt? Auch Jemen (tolle Lehmbauten, Terrassenkulturen) ist schon lange nicht mehr sicher. Goa geht nicht, liegt zu nahe bei Bombay, das heißt jetzt Mumbai, warum eigentlich? Also doch Bangkok, Pagoden für die Bildung, Pattaya fürs Baden. Dank deutschem Frühwarnsystem ist für die nächsten Jahre kein Tsunami angesagt. Ah, ausgerechnet jetzt geben die lächelnden Thai-Mädchen den Deutschen Nachhilfe in direkter Demokratie! Wenn sie am Heiligabend wieder den Flughafen besetzen? Bleibt noch Ceylon, an den Stränden wird dort eigentlich nie geschossen. Es hätte ein schönes Weihnachten und ein noch schöneres Neues Jahr werden können — mit Oba­ma als Heilsbringer. Und jetzt nichts als die alte Clinton-Truppe, obenan Hillary. Erst wollte sie dem globalen Hoffnungsträger die Präsidentschaft wegschnappen, und jetzt: Secretary of State. Hat Bill damals nicht die Nato ausgedehnt, uns das Bomben für den Frieden diktiert? Wenn Hillary wie gehabt ihren Mann steht, wenn Obama die Irak-Truppen  Gott weiß wann abzieht, noch mehr Helden für den Hindukusch anfordert, gerät das Zeit-liche Weltbild ins Rutschen wie ein Porsche bei Eisregen. Dann bleibt dem Leser nach der Pleite bei Lehman Brothers nur noch eine Weihnachtsfreude: Von der  Großen Rezession ist er vorerst nicht betroffen. Foto: Herbert Ammon lebt als Historiker und Publizist in Berlin.

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