Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Abstoßende Aktionen

Mit einem Gottesdienst ist am vergangenen Sonntag der 97. Katholikentag in Osnabrück zu Ende gegangen. Unter dem Motto „Du führst uns hinaus ins Weite“ versammelten sich über die fünf Tage etwa 60.000 Gläubige in der niedersächsischen Stadt, die an 1.200 Veranstaltungen teilnahmen. Neben viel religiösem Erbauungsprogramm fanden auch politische und gesellschaftliche Podien statt, wo aus katholischer Sicht die Lage am Hindukusch, Kindeserziehung durch Staat oder Familie, Klimapolitik oder der „Zukunftsmission der Europäischen Union“ erörtert wurde. Doch vermehrt bereichern auch Tagungspunkte das Treffen, die – ähnlich dem „Markt der Möglichkeiten“ des Evangelischen Kirchentags – wenig religiösen Bezug offenbaren: das Konzert der ganz und gar säkularen Hip-Hop-Combo Culcha Candela aus Berlin oder der „Grand Prix schwul-lesbischer Chöre“. Das soll jedoch nicht heißen, daß die Katholikentagsleitung die Linie eines „Alles kann, nichts muß“ propagiert. So schrammte die Lebensschutzorganisation Aktion Lebensrecht für Alle (AlfA) nur knapp an einem Rausschmiß vorbei. Ihre Verteilaktion von wenigen Zentimeter großen Kunststoffembryonen würdigten die Organisatoren als „abstoßend“. Katholikentags-Geschäftsführer Martin Stauch bezeichnete den Protest gar als „grenzwertig“. AlfA wurde vor die Wahl gestellt, die „Verteilung und Ansicht“ einzustellen oder den Stand zu räumen. Die Plastikmodelle zeigen ein Embryo in der zwölften Schwangerschaftswoche und waren als plakativer Protest dagegen gedacht, daß in dieser Periode noch viele Abtreibungen vorgenommen werden.

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