Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Pflüger, Yan-Yan und die UvO

Der Mann müht sich, keine Frage, er ackert und rackert und strampelt, was das Zeug hält. Mal poussiert Friedbert Pflüger mit seinen Oppositionskollegen von FDP und Grünen und empfiehlt eine Jamaika-Koalition, mal schreibt er öffentlichkeitswirksame Briefe an die Bundeskanzlerin, und ein ums andere Mal inszeniert er in Berliner Boulevardmedien sein Privatleben mit Frau und Kind. Eben erst kam Pflüger von einer zwölftägigen China-Reise zurück. Dort erzählte er seinen Gastgebern, wie sehr die deutsche Hauptstadt um die Ende März im Berliner Zoo verstorbene Panda-Dame Yan-Yan trauere, die sein Parteifreund Eberhard Diepgen einst zu dessen Bürgermeisterzeiten höchstselbst aus China nach Berlin brachte. Ähnliches war Pflüger freilich nicht vergönnt. Überhaupt: Auf einen grünen Zweig will der CDU-Politiker trotz seiner Umtriebigkeit nicht recht kommen. So hat eine aktuelle Umfrage jetzt ergeben, daß Pflügers Abstand zum Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) auf der Beliebtheitsskala erneut größer geworden ist. Während Wowereit seine Zustimmungsquote um drei Prozentpunkte auf 56 Prozent verbessern konnte, sackte Pflüger um ebenfalls drei Prozentpunkte auf nur noch 19 Prozent ab. Der Mann ist, so scheint’s, einfach kein Sympathieträger. Daran wird wohl auch das neue „Kümmerer-Mobil“ wenig ändern, das die Berliner CDU kürzlich in Dienst genommen hat. Auf dem Fahrzeug steht „UvO – Union vor Ort“, und Landeschef Ingo Schmitt hofft, daß seine Truppe künftig „nicht mehr als UFO wahrgenommen“ wird. Unterdessen kreist Friedbert Pflüger immer weiter – um sich selbst.

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