Gefährliches Nordkorea

Nun sind alle Zweifel beseitigt: Es gibt eine weitere Atommacht. Der Besitz der Bombe ist für den Despoten Kim Jong-il ein Triumph, denn er befreit ihn von der Gefahr eines Angriffs der Amerikaner. Den zu befürchten, hatte er Grund. Washington verweigert Nordkorea die Anerkennung, den von ihm gewünschten Nichtangriffspakt, ja sogar direkte Verhandlungen. Den Preis, den es für die Bombe bezahlen muß, ist entsetzlich. Hunderttausende verhungern nach Einschätzung internationaler Hilfsorganistationen jedes Jahr. Aus eigener Kraft kann sich das ruinierte und isolierte Land nicht ernähren. Für die Region aber ist mit Nordkoreas Atombombe die Kräftebalance gestört. Eine nukleare Rüstung Japans wird nun nicht mehr ausgeschlossen, Südkorea ist ebenfalls betroffen – und damit die Rolle Amerikas im fernöstlichen Raum. Mit dem Nachweis der eigenen Atombombe hat Nordkorea aber noch ein weiteres Problem geschaffen: die Gefahr des Exports seiner Kenntnisse und möglicherweise sogar seiner Atomwaffen. Was das für den Mittleren Osten, etwa den Iran bedeutet, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Wenn man – wie es Präsident Bush getan hat – Irak, Iran und Nordkorea zu Schurkenstaaten erklärt, die es zu beseitigen gelte, dann war es falsch, mit dem Irak zu beginnen. Nordkorea ist, wie es bewiesen hat, viel gefährlicher. Karl Feldmeyer war Parlamentskorrespondent der „FAZ“.

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