Churchill statt Mölders

Mag man auch der rot-grünen Koalition auf manchen Politikfeldern „handwerkliche Fehler“ oder gar Konzeptlosigkeit vorwerfen: In der Verteidigungs- und Militärpolitik hält sie beispielhaft Kurs, wie die Umbenennung der Werner-Mölders-Kaserne in Visselhövede und des Jagdgeschwaders 74 Mölders erneut eindrucksvoll beweist. Eine solch bewundernswerte Kraft kann man natürlich nur dann entwickeln, wenn man im Besitz der allein seligmachenden Lehre ist. Denn dann braucht man nicht mehr die persönliche Integrität oder soldatische Leistung eines Mannes zu prüfen: Die Feststellung, daß jemand auf der „falschen Seite“ stand, reicht völlig aus, um den Stab zu brechen. Und das gilt selbstverständlich für die Angehörigen der kaiserlichen wie der preußischen Armeen in gleicher Weise. So wird die Beerdigung der großen preußisch-deutschen Militärgeschichte, der überragenden Leistungen deutscher Soldaten, vor denen sich die Welt immer wieder ehrfurchtsvoll verneigt, unbeirrt fortgesetzt. Warten wir also, bis der damals noch belächelte Vorschlag des vormaligen Verteidigungsministers Rudolf Scharping, das Andenken an den großen „Städteplaner“ Sir Winston Churchill durch einen Kasernennamen zu würdigen, endlich umgesetzt wird. Auch die militärischen Leistungen unseres Außenministers und seiner unerschrockenen Mitstreiter sollten bei weiteren Namensgebungen nicht übersehen werden. Brigadegeneral a.D. Reinhard Günzel führte von 2000 bis 2003 das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK).

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