Jeep Cherokee
Jeep Cherokee Foto: picture alliance / Boris Roessler/dpa | Boris Roessler

„Es ehrt uns nicht“
 

Cherokee fordern Umbenennung von Jeep-Modell

WASHINGTON. Angehörige des Indianerstamms der Cherokee haben den amerikanischen Autohersteller Jeep aufgefordert, ihren Namen nicht mehr als Modellbezeichnung zu verwenden. „Ich bin sicher, daß es gut gemeint war, aber es ehrt uns nicht, unseren Namen auf die Seite eines Autos geklebt zu sehen“, zitierte die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag den Häuptling der „Cherokee Nation“, Chuck Hoskin Jr. Er wolle eine Debatte über „kulturelle Angemessenheit“ mit dem Hersteller.

„Wir leben in einer Zeit, in der Unternehmen und Sportvereine aufhören sollten, Namen, Bilder und Maskottchen amerikanischer Ureinwohner auf ihren Produkten und Trikots zu verwenden“, verdeutlichte Hoskin. Wer sein Volk ehren wolle, solle über seine souveräne Regierung, seine Geschichte, seine Rolle in den USA sowie deren Kultur und Sprache lernen.

Eine Sprecherin der Automobilholding Stellantis, zu der Jeep gehört, sagte dem britischen Guardian, der Name sei sorgfältig gewählt und „über Jahre gepflegt worden, um die amerikanischen Ureinwohner für ihre Erhabenheit, ihre Tapferkeit und ihren Stolz zu ehren und zu feiern“.

Auch andere Hersteller nutzen Namen von Volksstämmen

Der für seine Geländewagen bekannt gewordene Hersteller Jeep nutzt den Namen Cherokee seit 1970. Auch andere Hersteller hatten mittlerweile eingestellte Modelle nach amerikanischen Ureinwohnern benannt. Der deutsche Autohersteller VW verwendet den Namen der in Nordafrika lebenden Tuareg für ein SUV-Modell. Das Modell Qashqai des japanischen Herstellers Nissan ist an ein im Iran beheimateten Volk angelehnt.

Vor allem in westlichen Ländern hatte es seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd und den anschließenden Protesten der „Black Lives Matter“-Bewegung mehrere Umbenennungen gegeben. Beispielsweise teilte die US-Baseballmannschaft Cleveland Indians mit, ihren Namen zu ändern. Die „Dixie Brewing Company“ aus dem US-Bundesstaat Louisiana hatte ihre Kunden im Herbst dazu aufgerufen, Vorschläge für einen neuen Namen einzureichen. Das Unternehmen wolle so „eine kultur- und gesellschaftsbewußtere Zukunft vorantreiben“. (ls)

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