PLAUEN. 10.000 Menschen haben am Wochenende in der sächsischen Stadt Plauen gegen die Politik der Bundesregierung demonstriert. Zu der Kundgebung unter dem Motto „Einigkeit für Deutschland“ hatte die Initiative „Projekt M1llion“ bundesweit mobilisiert. Die Teilnehmer forderten den Rücktritt der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und vorgezogene Neuwahlen.
Die Polizei bestätigte die Teilnehmerzahl. An mehreren Gegenkundgebungen beteiligten sich demnach etwa 400 Personen. Insgesamt sicherten 367 Polizisten die Versammlungen ab, der Protest verlief friedlich.
„Dieses Kartell, diese Regierung muss weg“, rief ein Redner zum Auftakt unter starkem Beifall. Zahlreiche Teilnehmer trugen Deutschlandfahnen, blaue Flaggen mit weißen Friedenstauben und Fahnen des früheren Königreichs Sachsen. Auf Plakaten waren Parolen wie „Merz muss weg“ und „Unser Geld für unser Volk“ zu lesen. Die Bewegung verlangt neben Neuwahlen einen Stopp der Gesundheitsreform, niedrigere Abgaben auf Strom und Gas sowie eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
10.000, vielleicht sogar 20.000 Menschen in Plauen. 🇩🇪
Deutsche Fahnen. Trommeln. Klare Forderung:
Merz muss weg.
Zum Wohle des deutschen Volkes.Und die Gegenseite?
400 Leute. Die große Gegendemo mit 2000 Angemeldeten ist einfach ausgefallen.Das ist das Signal aus dem Osten.… pic.twitter.com/kOrVvugwu3
— Grokograph (@Rocko_Graf) August 8, 2026
Regierungskritische Trommler unerwünscht
Weitere Forderungen sind ein bundesweites 29-Euro-Ticket, mehr direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild und die Ausweisung verurteilter Straftäter und illegaler Migranten. Initiator Marcel Baldauf bezeichnet die Bewegung als parteipolitisch unabhängig. Parteifahnen und Parteilogos waren nach Angaben der Veranstalter unerwünscht. Von den Freien Sachsen, die im Internet zur Teilnahme aufgerufen hatten, distanzierte sich Baldauf bereits im Vorfeld.
Den Ort der Demo, Plauen, haben die Organisatoren nicht zufällig gewählt: Am 7. Oktober 1989 hatten dort rund 15.000 Menschen gegen die SED-Herrschaft demonstriert. Es war die erste große Protestkundgebung in der DDR, die von der Staatsmacht nicht mehr aufgelöst werden konnte. Auch am Wochenende erklang wieder der Ruf „Wir sind das Volk“.
Für eine längere Unterbrechung sorgten schließlich die Behörden. Die Versammlungsbehörde hatte den Trommlern untersagt, geschlossen und im Gleichtakt zu spielen, da dies militärisch wirken könne. Als sie sich dennoch zusammenschlossen, stoppte die Polizei den Aufzug. Anschließend wurden die Trommler vom Demonstrationszug getrennt und als eigene Kundgebung weitergeführt. (rr)






