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Zu langsam: Österreich zieht E-Polizeiautos wieder aus dem Verkehr

Zu langsam: Österreich zieht E-Polizeiautos wieder aus dem Verkehr

Zu langsam: Österreich zieht E-Polizeiautos wieder aus dem Verkehr

Österreich zieht den E-Autos der Polizei wieder den Stecker. Foto: Jürgen Makowecz/BMI
Österreich zieht den E-Autos der Polizei wieder den Stecker. Foto: Jürgen Makowecz/BMI
Österreich zieht den E-Autos der Polizei wieder den Stecker. Foto: Jürgen Makowecz/BMI
Zu langsam
 

Österreich zieht E-Polizeiautos wieder aus dem Verkehr

Österreich macht eine Vollbremsung: Nach einem einjährigen Praxistest gelten E-Polizeiautos im Streifendienst als untauglich. Sie sind zu schwer, haben zu wenig Reichweite und sind zu langsam für Verfolgungsfahrten.
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WIEN. Österreichs Innenministerium hat sein E-Auto-Testprojekt „Tron“ beendet und die eingesetzten Elektrofahrzeuge wieder aus dem regulären Polizeidienst entfernt. Was als Modernisierungsschub und klimapolitisches Signal gedacht war, ist damit vorerst gescheitert. Seit Januar 2024 waren im Rahmen des Projekts 24 Elektroautos unter realen Einsatzbedingungen getestet worden.

Zum Fuhrpark der Bundespolizei gehörten unter anderem VW ID.3 und VW ID.4 sowie ein Porsche Taycan für den Autobahndienst.

„Die bisherigen vorläufigen Testergebnisse zeigen, daß E-Fahrzeuge für den operativen Polizeieinsatz nur eingeschränkt geeignet sind“, teilte das Innenministerium in Wien mit. Das Projekt werde mit Jahresende eingestellt. Als zentrale Problempunkte nennt das Ressort die unzureichende Ladeinfrastruktur sowie das erhöhte Gesamtgewicht durch die einsatztaktische Ausrüstung. Funktechnik, Schutzwesten, Einsatzmaterial und zusätzliche Technik ließen die Fahrzeuge an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Zudem sei der Stauraum begrenzt.

E-Autos nur als Botenfahrzeuge geeignet

Im Streifendienst, insbesondere bei Verfolgungsfahrten, komme ein weiterer Faktor hinzu: Flüchtige hielten sich selten an Geschwindigkeitsbeschränkungen. Das auf 160 km/h begrenzte Höchsttempo der eingesetzten VW-Modelle sei unter diesen Bedingungen nicht ausreichend. Auch die Reichweite habe sich unter realen Einsatzbedingungen als problematisch erwiesen. Der Dauerbetrieb von Blaulicht, Funkanlagen, Heizung oder Klimatisierung wirke sich unmittelbar auf die Batterieleistung aus. Die für den Polizeialltag erforderliche Einsatzbereitschaft lasse sich damit nur eingeschränkt gewährleisten.

Positiv bewertet werde laut Ministerium lediglich der Einsatz als Botenfahrzeuge außerhalb des unmittelbaren Einsatzgeschehens. Diese Einschätzungen deckten sich teilweise mit den Erfahrungen anderer Blaulichtorganisationen. Gleichwohl kündigte das Ressort an, den Markt weiter zu beobachten, da bei alternativen Antriebsformen mit raschen technischen Fortschritten zu rechnen sei. (rr)

Österreich zieht den E-Autos der Polizei wieder den Stecker. Foto: Jürgen Makowecz/BMI
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