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Schwarzfahrer in Regionalbahn: Schaffner nach Prügelangriff durch Ausländer gestorben

Schwarzfahrer in Regionalbahn: Schaffner nach Prügelangriff durch Ausländer gestorben

Schwarzfahrer in Regionalbahn: Schaffner nach Prügelangriff durch Ausländer gestorben

Front eines roten Triebwagens der Deutschen Bahn mit verschneitem DB-Logo an einem Bahnsteig – Kontext zum tödlichen Angriff auf einen Schaffner bei einer Ticketkontrolle im Kreis Kaiserslautern. Ein Regionalzug der Deutschen Bahn: Ein Zugbegleiter ist nach einem Prügelangriff durch einen Schwarzfahrer gestorben. Foto: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
Front eines roten Triebwagens der Deutschen Bahn mit verschneitem DB-Logo an einem Bahnsteig – Kontext zum tödlichen Angriff auf einen Schaffner bei einer Ticketkontrolle im Kreis Kaiserslautern. Ein Regionalzug der Deutschen Bahn: Ein Zugbegleiter ist nach einem Prügelangriff durch einen Schwarzfahrer gestorben. Foto: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
Ein Regionalzug der Deutschen Bahn: Ein Zugbegleiter ist nach einem Prügelangriff durch einen Schwarzfahrer gestorben. Foto: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
Schwarzfahrer in Regionalbahn
 

Schaffner nach Prügelangriff durch Ausländer gestorben

Ein Schaffner der Deutschen Bahn ist nach einer brutalen Attacke bei einer Ticketkontrolle im Kreis Kaiserslautern gestorben. Der Tatverdächtige ist ein 26jähriger Grieche ohne Wohnsitz in Deutschland.
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KAISERSLAUTERN. Ein Schaffner der Deutschen Bahn ist nach einem Prügelangriff in einer Regionalbahn gestorben. Der 36jährige Familienvater Serkan C. erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, berichtet die Bild. Der Angriff hatte sich am Montagabend in einem Regionalzug zwischen Landstuhl und Homburg ereignet.

Wie die Polizei auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT mitteilte, handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 26jährigen Griechen ohne festen Wohnsitz in Deutschland. Der Mann war als Fahrgast ohne Fahrschein unterwegs. Gegen ihn besteht der dringende Verdacht eines Tötungsdelikts. Angaben zum Aufenthaltsstatus und möglichen Vorstrafen des Tatverdächtigen wollte die Polizei gegenüber der JF zunächst nicht machen. Die zuständige Staatsanwaltschaft war kurzfristig nicht zu erreichen.

Schaffner bei Ticketkontrolle totgeschlagen

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand kontrollierte der Schaffner kurz nach der Abfahrt in Landstuhl eine Gruppe von mehreren Personen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Dabei stellte er fest, daß der 26jährige Grieche kein gültiges Ticket vorweisen konnte. Als der Bahnmitarbeiter den Mann des Zuges verweisen wollte, kam es zunächst zu einem Streit.

Zeugen berichteten, der Schaffner habe versucht, die Situation zu beruhigen und Abstand zu halten. Dennoch griff der Tatverdächtige den Bahnmitarbeiter wenig später unvermittelt an und schlug mehrfach mit der Faust auf ihn ein. Der Schaffner brach daraufhin zusammen.

Fahrgäste leisteten Erste Hilfe. Der Schaffner mußte noch im Zug reanimiert werden. Wenige Minuten nach der Tat trafen Einsatzkräfte der Bundespolizei ein. Ein Notarzt übernahm die Versorgung. Der Tatverdächtige wurde noch am Tatort festgenommen und in Handschellen abgeführt. Der schwer verletzte Bahnmitarbeiter wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo Ärzte über Stunden um sein Leben kämpften. Am Dienstag erlag der 36jährige schließlich seinen Verletzungen. Er hinterläßt eine Ehefrau und Kinder.

Bahnchefin entsetzt über „schrecklichen Gewaltexzeß“

Der Tatverdächtige wurde einem Haftrichter vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Tötungsdelikts. Weitere Angaben zu möglichen Mittätern aus der Gruppe oder zu den Hintergründen der Tat machten die Ermittler zunächst nicht.

Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, äußerte sich bestürzt. Der tragische Tod mache sie „fassungslos und traurig“, sagte sie. Ihr Mitgefühl gelte den Angehörigen von Serkan C., seinen Freunden sowie Kolleginnen und Kollegen. Die Deutsche Bahn verurteile den „schrecklichen Gewaltexzeß und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen aufs Schärfste“. Zugleich stellte Palla die Frage, warum es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen komme. Politik und Gesellschaft müßten darauf Antworten geben. Es sei ein „schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Land“. Die Bahn trauere.

Gewalt gegen Angestellte der Deutschen Bahn ist keine Seltenheit. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden 2025 bis Ende Oktober im Schnitt täglich fünf Bahnmitarbeiter körperlich angegriffen. Insgesamt registrierten die Behörden in diesem Zeitraum 2.987 Fälle von Bedrohung oder Körperverletzung. Im gesamten Jahr 2024 waren es rund 3.150 Übergriffe. Die Zahlen deuten auf eine weiter steigende Gewaltbelastung hin. (sv)

Ein Regionalzug der Deutschen Bahn: Ein Zugbegleiter ist nach einem Prügelangriff durch einen Schwarzfahrer gestorben. Foto: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
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