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Migrationspolitik: Österreich verkürzt Sommerferien für Migranten ohne Deutschkenntnisse

Migrationspolitik: Österreich verkürzt Sommerferien für Migranten ohne Deutschkenntnisse

Migrationspolitik: Österreich verkürzt Sommerferien für Migranten ohne Deutschkenntnisse

Deutsch. Dieses Bild stammt aus dem Libanon, aber so ähnlich sieht es inzwischen in Wiens Schulen aus. Das Kopftuch ist allgegenwärtig.
Deutsch. Dieses Bild stammt aus dem Libanon, aber so ähnlich sieht es inzwischen in Wiens Schulen aus. Das Kopftuch ist allgegenwärtig.
Dieses Bild stammt aus dem Libanon, aber so ähnlich sieht es inzwischen in Wiens Schulen aus. Foto: picture alliance/dpa | Britta Pedersen
Migrationspolitik
 

Österreich verkürzt Sommerferien für Migranten ohne Deutschkenntnisse

Österreich weitet die verpflichtende Sommerschule aus. In Wien steigt damit die Zahl der betroffenen Schüler deutlich, während an den Volksschulen massive Deutschdefizite sichtbar werden.
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WIEN. Das österreichische Parlament hat die verpflichtende Sommerschule für Kinder und Jugendliche mit mangelhaften Deutschkenntnissen beschlossen und den Teilnehmerkreis damit erheblich ausgeweitet. Künftig müssen alle Schüler, die eine Deutschförderklasse besuchen, verpflichtend an der Sommerschule teilnehmen.

Alleine in Wien betrifft das zunächst etwa 10.000 Kinder und Jugendliche, später weitere 9.000. Wer der Pflicht nicht nachkommt, muß mit Verwaltungsstrafen von bis zu 1.000 Euro rechnen.

Mit der Ausweitung steigt der organisatorische Aufwand. Im Vorjahr besuchten in Wien 10.665 Schüler die Sommerschule, verteilt auf 943 Gruppen an 93 Standorten. Unterrichten mußten dafür 731 Pädagogen, 235 Lehramtsstudenten und 42 sogenannte Buddys. Für die künftig höhere Teilnehmerzahl werden zusätzliche Lehrer benötigt, darunter Pädagogen für Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache sowie pensionierte Lehrer. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) kündigte an, notfalls Lehrer zum Einsatz in der Sommerschule zu verpflichten.

Weniger als die Hälfte der Schulanfänger spricht Deutsch

Die Lehrergewerkschaft weist auf strukturelle Fragen hin. Zusätzliche Ressourcen für die Sommerschule erhöhen den Bedarf an Standorten und Personal. Aus Sicht der Gewerkschaft wären zusätzliche Mittel während des Schuljahres ein wirksamer Ansatz für die Sprachförderung.

Der Beschluß steht vor dem Hintergrund stark wachsender Sprachdefizite in Wien. Nach aktuellen Daten galten mit dem Stichtag 1. Oktober 2025 in den öffentlichen Volksschulen 50,9 Prozent der Schulanfänger als außerordentliche Schüler, weil ihre Deutschkenntnisse für den Unterricht nicht ausreichten. 2020 lag dieser Anteil noch bei 41 Prozent.

Brisant: Die Mehrheit dieser Kinder ist in Österreich geboren. Fast 60 Prozent der außerordentlichen Schulanfänger geben als Geburtsland Österreich an, rund ein Viertel besitzt die österreichische Staatsbürgerschaft. Auch im Kindergarten zeigt sich der Befund: Im Kindergartenjahr 2024/25 hatten mehr als 16.800 Kinder einen festgestellten Deutschförderbedarf, rund ein Drittel erhielt keine gezielte Sprachförderung. (rr)

Dieses Bild stammt aus dem Libanon, aber so ähnlich sieht es inzwischen in Wiens Schulen aus. Foto: picture alliance/dpa | Britta Pedersen
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