BERLIN/NUUK. Deutschland hat nach dem ergebnislosen Krisentreffen zwischen den USA, Dänemark und Grönland in Washington angekündigt, noch am heutigen Donnerstag ein Erkundungsteam der Bundeswehr nach Grönland entsenden zu wollen. Das bestätigte das Bundesverteidigungsministerium in Berlin.
Vorgesehen ist der Einsatz von 13 Bundeswehrangehörigen, die mit einem Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M nach Nuuk geflogen werden sollen.
Die Entsendung erfolgt auf Einladung der dänischen Regierung und ist zunächst bis zum 17. Januar 2026 befristet. Ziel der Mission ist es nach Angaben des Verteidigungsministeriums, die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks zu erkunden, etwa im Bereich der Seeraumüberwachung. Die Erkundung soll gemeinsam mit Soldaten weiterer europäischer Partnerstaaten stattfinden.
Erste Soldaten bereits in Grönland gelandet
Hintergrund ist das Treffen der Außenminister Dänemarks und Grönlands mit der US-Regierung in Washington, das ohne Annäherung endete. Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen erklärte anschließend, es bestehe eine „fundamentale Meinungsverschiedenheit“. US-Präsident Donald Trump beharre auf dem Wunsch, Grönland unter amerikanische Kontrolle zu bringen.
Bereits vor dem Treffen hatte Trump den Ton verschärft. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, die Vereinigten Staaten benötigten Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit. Zugleich stellte er einen Rückzug der USA aus der Nato in den Raum, sollten die Verbündeten seinen Plänen nicht entgegenkommen.

Unmittelbar nach dem ergebnislosen Ende der Gespräche begannen europäische Staaten mit der Verlegung erster Soldaten nach Grönland. In der Nacht landeten zwei Militärmaschinen der dänischen Luftwaffe in Nuuk und auf dem Stützpunkt Kangerlussuaq. An Bord befanden sich neben dänischen auch französische Soldaten. Die Flüge erfolgten nach Medienberichten mit ausgeschalteter Kennung. (rr)






