ALBSTADT. Im Albstädter Stadtteil Onstmettingen haben bei der letzten Bundestagswahl 37 Prozent der Wähler für die AfD gestimmt. Nun zieht der private Pflegeanbieter Benevit eine geplante Investition in Höhe von zehn Millionen Euro zurück. Der Bau einer Pflegefachschule samt Kindertagesstätte wird nicht realisiert.
Auch aus der geplanten Pflegeschule wird nichts. Auf dem Gelände einer ehemaligen Textilfabrik sollten eigentlich 75 Schüler – vorwiegend aus dem Ausland – zu Pflegekräften ausgebildet werden. Benevit-Geschäftsführer Kaspar Pfister erklärte gegenüber der Schwäbischen Zeitung, er befürchte aufgrund des Wahlergebnisses mangelnde Akzeptanz der jungen Migranten in der Bevölkerung.
AfD-Wähler „keine Rechtsextremisten“
„Hier geht es nicht nur um Ausbildung, sondern auch um Integration“, so Pfister. Wo über Remigration diskutiert werde, wolle er keine Schule eröffnen – und auch keine Kita. Der Oberbürgermeister von Albstadt, Roland Tralmer (CDU), bedauerte die Entscheidung. Angesichts der prekären Finanzlage der Stadt könne man den dringend benötigten Kindergarten nicht selbst bauen. Trotzdem nahm Tralmer auch seine Bürger in Schutz: Die 37 Prozent AfD-Wähler seien „keine Rechtsextremisten“. Er wies darauf hin, daß eine unkontrollierte Zuwanderung die Sozialsysteme überlaste.
Die Benevit-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben 1.790 Mitarbeiter, darunter 475 Ausländer aus 67 Nationen. Geschäftsführer Pfister setzt sich seit Monaten öffentlich „gegen Diskriminierung, Rassismus und Extremismus“ ein. Fördergelder für Vereine gibt es von seinem Unternehmen nur, wenn diese seine politischen Positionen aktiv unterstützen. (rr)