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Republikanischer Jungtürke

Der MSBNBC-Nachrichtensprecher Chris Matthews zitierte jüngst zustimmend einen Ausspruch, den Richard Nixon 1968 Pat Buchanan auf den Weg gab: „Wenn Sie mitkriegen, daß sich eine Gruppe bildet, um X zu stoppen, können Sie darauf wetten, daß X das Rennen macht.“ Bei dem X handelt es sich in diesem Fall um Rand Paul, den Senator aus […] mehr »

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Mitbestimmung unerwünscht

Wir erinnern uns: am 9. Februar stimmten die Schweizer mit knapper Mehrheit für die Initiative „Gegen Masseneinwanderung“. Auch in Deutschland entbrannte daraufhin eine rege Diskussion über das Schweizer Demokratiemodell und inwieweit direkt-demokratische Elemente auch in anderen Ländern Europas sinnvoll sind. Während sich die politische Klasse und ihr Pendant in den Redaktionsstuben fast geschlossen gegen die […] mehr »

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Staatsgewalt versus Bürgerfreiheit

Roland Reuß, Initiator des „Heidelberger Appells für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte“ veröffentlichte am 9. Juli 2014 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen bemerkenswerten Aufsatz mit dem Namen „Monsieur Le Chapelier und der Strukturwandel der Öffentlichkeit“. Seine These: Durch die Zerstörung intermediärer Kräfte zwischen dem Individuum und dem Staat wird die bürgerliche und die […] mehr »

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Brutalos in Uniform?

Mit Fug und Recht kann man das hierzulande seit Jahrzehnten zu beobachtende Rebellentum von links als Freizeitbeschäftigung der äußerst speziellen Sorte erkennen. Verärgert von bestimmten gesellschaftlichen Realitäten, die nach ihrer Auffassung so nicht sein dürfen, und die man nicht zu ertragen oder zu dulden gewillt ist, wird nicht selten das Recht zur Selbstjustiz in Anspruch […] mehr »

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Kulturbedingte Blindheit

Zeichnen können, heißt nicht zuletzt: weglassen können. So viel weiß der bildende Künstler. Über den Grad, in dem dies Weglassen auf eine bewußte Entscheidung des Künstlers zurückgeht oder einem unbegründbaren ästhetischen Empfinden folgt, läßt sich streiten. Auf höherer Ebene zeichnet sich auch jede Kultur dadurch aus, daß sie die Welt auf eine bestimmte Weise wahrnimmt. […] mehr »

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So gehen die Deutschen – Erster Teil

Sport, der die Massen begeistert, ist immer auch politisch. Welcher Funktionär mag schon der Versuchung widerstehen, auf dieser Bühne nicht seinen Interessen eine Stimme zu geben? Also gilt das auch für den Fußball. Wenn die Spieler auf den Platz laufen, so spielen sie eben nicht nur für sich, sondern in ihrem Spiel fühlt sich die […] mehr »

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Eiskalte Architektur

Käme jemand auf die Idee, solche mit potthäßlichen Plattenbauten verschandelte Wohngebiete wie Berlin-Marzahn, Hamburg-Billstedt, das Chemnitzer „Fritz-Heckert-Gebiet“ oder Dresden-Prohlis unter Denkmalschutz oder gar ins Unesco-Welterbe aufzunehmen, man würde ihm als Ästhet einen Vogel zeigen. In solchen Wohngebieten – im Westen mehr als im Osten – haben sich, geprägt durch gesichtslose, brutale und eiskalte Architektur, soziale […] mehr »

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Sozialdemokratische Zukunftsbilder

Frank Schäffler, einer der letzten überlebenden Freiheitlichen in der FDP, hat einen Gegenvorschlag zur Anregung der stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die Liberalen sollten sich zwecks Wiederbelebung einen neuen Namen geben. Schäffler will erst einmal die Parteistiftung umbenennen – von „Friedrich-Naumann-Stiftung“ in „Eugen-Richter-Stiftung“. Eine Idee mit Charme und Hintersinn. Denn Eugen Richter war zum Ende des […] mehr »

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Wie bewältigt hätten Sie’s denn gern?

Titel geholt, WM aus, alle zufrieden, Rückkehr zum Normalzustand. Könnte man zumindest so annehmen; der eine oder andere ist sicher auch ganz froh darüber (so auch der Verfasser). Aber: Noch ist die Gelegenheit zu schön, ein Stück des Sommerlochs auszufüllen, und zumindest für ein paar volkspädagogische Lektionen ist schließlich jede internationale Veranstaltung mit deutscher Beteiligung […] mehr »

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Wochenschau

Montag, 30. Juni 2014 Oliver Kahn – und Welten zwischen dessen klaren, fachkundigen Kommentaren und dem einsilbigen, unsicheren, opportunistischen Rumgestottere von Mehmet Scholl, der an einer „Gänsehautentzündung“ laboriert. (P. S. Zum Glück hat er sich am Ende doch noch gesteigert.) Der ZDF-Reporter Boris Büchler, der Per Mertesacker nach dem Achtelfinalsieg gegen Algerien nicht einmal richtig […] mehr »

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(Deut-)Schland gegen Argentinien

Also Argentinien wieder. Vor vier Jahren schrieb ich hier kurz vor dem WM-Spiel gegen den Erzrivalen über die Besonderheit dieser Begegnungen. Die beiden gewonnenen Viertelfinale von 2006 und 2010 waren offenbar nur Zwischenstationen auf dem Weg zur Neuauflage des Endspiels von 1990. Es wird sicher nicht einfach, aber nach dem begeisternden Halbfinale erscheint auch der […] mehr »

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Die falsche Menschenfreundlichkeit

Zuerst kamen die Kinder: Heerscharen von minderjährigen illegalen Einwanderern, die zu Tausenden die Südwestgrenze in die USA stürmten. Dann folgten die Theorien darüber, warum sie kamen. Die Landesverräter, die die Führungselite der USA bilden – Befürworter offener Grenzen und Feinde des Privateigentums –, definierten die Eindringlinge flugs zu Flüchtlingen um, die aufgrund einer jähen Verschlechterung […] mehr »

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Herz Jesu in Tirol und der urbane Masterplan

Das Herz-Jesu-Fest fiel heuer auf den letzten Sonntag im Juni. Wie jedes Jahr bereitete ich mich mit einer buntgemischten Truppe auf diesen besonderen Tag vor. Rucksäcke wurden mit Speck, Brot und Wein sowie rund 200 Litern Öl bepackt. Am Abend sollten die Gipfel brennen, die Tradition weiterleben. Im Hinterkopf: Auch Peter Tauber wird als historisch […] mehr »

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Kretschmanns zeitgeistliche Kirche

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der Europarlamentarier Sven Giegold – beide von Bündnis90/Grüne – haben am 6. Juni 2014 ihre „Religionspolitischen Thesen“ der Öffentlichkeit präsentiert. Im Thesenpapier bekennen sie sich zu einem „kooperativen Verhältnis“ zwischen dem Staat und den Kirche und lehnen einen laizistischen Staat, der nichts von Kirche und Religion wissen, entschieden ab. Die […] mehr »

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Herrschaft der Geschichtsmythen

Noch einmal zum D-Day, dem Tag der alliierten Landung in der Normandie 1944. Ein E-Mail-Verteilerkreis schickte mir einen Link zu dem Artikel „Danke, liebe Amis!“ aus der “Welt” vom 4.6.2014. Autor Til Biermann vertritt darin die These, dass die Deutschen den Amerikanern für das „heroische und verlustreiche Einschreiten“ während des zweiten Weltkriegs zu danken hätten. […] mehr »