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Endstation Mohrenstraße

Da fällt einem doch glatt der Mohrenkopf ins Zigeunerschnitzel. Der Kabarettist Dieter Hallervorden steht erneut unter Anklage. Sein Vergehen: Im Rahmen einer Aktion der Berliner Verkehrsbetriebe, bei der zahlreiche Prominente U-Bahn-Haltestellen der Linie 2 ansagen, hat Hallervorden die Ankündigung der „Mohrenstraße“ übernommen: „Hallo, hier spricht Dieter Hallervorden. Bei der nächsten Station wartet auf Sie die […] mehr »

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Grünes Hobeln und die Späne des Rechtsstaats

Seit der Gründung der Bundesrepublik gab es wohl keine andere Partei in Deutschland, die unseren Begriff von Recht und Gesetz so sehr verändert hat wie die Grünen. Innerhalb von wenigen Tagen haben nun gleich zwei Grünenpolitiker bewiesen, was sie vom Rechtsstaat halten – nämlich nichts. So lange es nur der eigenen, grünen Ideologie dient, werden […] mehr »

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Neues von der Lügenpresse

„Lügenpresse“ sei nicht das Unwort, sondern das „Wort des Jahres“, notiert der unentbehrlich spitzfedrige Michael Klonovsky in seinem Netztagebuch unter dem 15. Januar – und bietet gleich sieben gute Argumente, warum das Schlagwort so ins Schwarze trifft. Und praktisch täglich kommen neue dazu. Zum Beispiel die eiertanzende Berichterstattung in den Leitmedien über die Bürgerkriegserklärung einer […] mehr »

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Luxusprobleme einer Religion

Ich glaube die Theorie vieler Journalisten, wonach die Attentäter von Paris, oder auch jene Mitglieder erst in den letzten Tagen ausgehobener Terrornester, Einzelgänger sind. Gescheiterte Existenzen. Zum einen wurde der intelligente, weit vernetzte Typus islamischer Terrorist à la Bin Laden in den letzten Jahren getötet. Zum anderen ist der Großteil der Muslime längst in Deutschland […] mehr »

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Linkskatholiken planen Sturm auf die Familiensynode

Einer der wichtigsten Akzente im Pontifikat von Papst Franziskus ist die Ehe- und Familienpastoral. Um die Anforderungen unserer Zeit zu analysieren und zu besprechen, berief er eine „kleine“ Bischofsversammlung ein, die im Oktober 2014 stattfand. Diese Synode sollte eine „große“ Familiensynode vorbereiten, die im Oktober 2015 durchgeführt wird. Wie hier schon im vergangenen September beschrieben, […] mehr »

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Charlie oder nicht

Man muß sich im Klaren sein: Pegida ist ein Ausrufezeichen und fördert das kritische Bewußtsein. Die Bewegung deckt auf, daß die politischen Eliten auch anders können, wenn man nicht freiwillig bei mehr „Vielfalt“, „Offenheit“ und „Willkommenskultur“ für alle Hilfesuchenden oder Fachkräfte mitklatschen möchte. Aber, Pegida ist noch lange kein politischer Umsturz. Alljährlich gehen ähnlich große […] mehr »

Lob der Angeblichkeit

Was zeichnet „kritischen Journalismus“ oder auch „Qualitätsjournalismus“ vor ganz gewöhnlichen Geschreibsel aus, welches heutzutage jeder mit einigermaßen kohärenter Rechtschreibung und Internetzugang veröffentlichen kann? Es ist genau ein Wort: angeblich. Ja, durch dieses eine Wort, geschickt platziert, wird aus stumpfer Meinungsmache kritischer, hinterfragender Journalismus. Eine kleine Einführung in die hohe Kunst der Angeblichkeit. Ein Ereignis, in […] mehr »

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Schein und Sein – Bildikonen der Geschichte

In der deutschen Presselandschaft liegen derzeit die Nerven blank. Das zeigen die empörten Versuche, allerorts die Pariser Attentate auf eine Satirezeitschrift mit den Dresdner Pegida-Rufen über eine „Lügenpresse“ in Verbindung zu bringen. Das zeigt die Wahl des L-Worts zum „Unwort des Jahres“. Das zeigt aber auch die heftige Reaktion, als man diese Woche bei einer […] mehr »

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Auch in Amerika geht die Familie den Bach runter

Auch diesmal zählte Bob Clarks Komödie „Fröhliche Weihnachten“ (1983) wieder zu den Glanzlichtern im festlichen Fernsehprogramm. Der Film spielt in den vierziger Jahren und zeigt das Familienleben aus dem Blickwinkel des neunjährigen Ralphie Parker, dessen sehnlichster Herzenswunsch, stolzer Besitzer eines Luftgewehrs mit eingebautem Kompaß zu sein, endlich in Erfüllung geht. Das waren noch Zeiten: als […] mehr »

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Wochenschau

Mittwoch, 17. Dezember 2014 Salzgitter II: In der Süddeutschen Zeitung versucht der Korrespondent Cornelius Pollmer, ein Jungspund, der Leserschaft weiszumachen, die Dresdner seien ob ihres Stolzes auf ihre Residenzstadt ohnehin schwer auszuhalten, ja, sie seien schlicht „besoffen“ von sich selbst. Bezeichnend, aber für mich geradezu erheiternd, ist die von Pollmer zitierte Fassungslosigkeit des – aus […] mehr »

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Ernst Nolte zum Dank

An diesem Sonntag, den 11. Januar, wird der Historiker, Geschichtsdenker und Philosoph Ernst Nolte 92 Jahre alt. Ich will ihn nicht extra würdigen, das habe ich bereits bei anderer Gelegenheit versucht, sondern ihm meine Dankbarkeit bekunden. Unter den politischen und historischen Denkern deutscher Sprache im 20. Jahrhundert ist er für mich einer der prägendsten. Er […] mehr »

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Zurück zu Luther

Mit gemischten Gefühlen nimmt man als Betroffener zunächst die Mitteilung zur Kenntnis, daß die Sprache der Luther-Bibel ein weiteres Mal verändert wird. Seit mehr als vier Jahren arbeiten die Fachleute schon daran. Im September dieses Jahres wird das Ergebnis dem Rat der EKD vorgelegt. Spätestens zum Reformationsjubiläum 2017, wahrscheinlich aber schon im Oktober 2016, soll […] mehr »

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Nicht in neokonservative Denkmuster verfallen

Das Attentat auf Charlie Hebdo beweist eines: Die Antiterrorpolitik des Westens nach dem 11. September ist gescheitert. Was hat der Staat sich nicht alles an neuen Überwachungsmethoden ausgedacht: Auf Flugreisen kein Mineralwasser und keine Zahnpasta mehr im Handgepäck. Alle Konten überwacht. Telefonate, Emails von NSA und Co. erfaßt. Kameras überall. Zwei Kriege (Afghanistan, Irak) hat […] mehr »

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Berliner sind nett zueinander

„Berliner sin nett untananda un ooch zu ihre Jäste.“ Auf den Osten der Stadt trifft das sicherlich zu. Die letzten vier Tage hatte ich die Gelegenheit, bei einer netten, jungen Dame im Osten Berlins zu gastieren, in einem, wie sie sagt „Kiez, in dem es an jeder Ecke entweder eine Kneipe oder einen Bioladen gibt, […] mehr »

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Hessen als Modellfall der Bundespolitik

Ein Jahr nach Unterzeichnung des schwarz-grünen Koalitionsvertrages in Hessen gibt es manches Lob für Volker Bouffiers Landesregierung in Wiesbaden. So gerät der Lokalteil der FAZ vom 31. Dezember 2014 geradezu ins Schwärmen, wenn die hessische schwarz-grüne Landesregierung als ein „Zweckbündnis auf dem Weg zum Projekt“ beschrieben wird: „Von einem reinen ‘Zweckbündnis’, wie es beide Seiten […] mehr »