Katastrophenalarm ausgelöst

Deutschland kämpft gegen die Flut

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Evakuierung im sächsischen Grimma: In vielen Regionen herrscht Ausnahmezustand Foto: Imago

PASSAU. Das Hochwasser in Süddeutschland und den neuen Bundesländern hat dramatische Höchststände erreicht. In Passau hatte die Donau in der vergangenen Nacht mit 12,40 Metern den höchsten je gemessenen Pegel. Große Teile der Innenstadt stehen unter Wasser. Strom sowie Trinkwasserversorgung wurden in mehreren Vierteln abgeschaltet und auch das Telefonnetz ist teilweise zusammengebrochen. In Baden-Württemberg starben drei Menschen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte den Flutopfern in Deutschland am Dienstag Soforthilfen von 100 Millionen Euro zu. Am Donnerstag zeigten 316 von insgesamt 1.072 Pegeln Hochwasser an, 49 davon „sehr großes“ Hochwasser. Derzeit schwellen vor allem die Flüsse in Sachsen und Sachsen-Anhalt schnell an. In Thüringen und Bayern sind viele Pegelstände unverändert hoch. Die Bundeswehr ist mit knapp 4.000 Soldaten im Einsatz.

„Dramatische“ Zustände auch in Sachsen und Thüringen

In vielen Regionen wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Tausende Personen wurden vor den Fluten in Sicherheit gebracht. In Baden-Württemberg hat der Dauerregen in Reutlingen zu einem Erdrutsch geführt, der mehrere Dutzend Häuser bedroht. Nach Angaben der örtlichen Polizei besteht „Lebensgefahr“.

Auch Sachsen-Anhalt rüstet sich für das Hochwasser. An einigen Stellen der Elbe werden höhere Pegelstände erwartet als bei der Jahrhundertflut von 2002. Ein Sprecher der Stadt Halle bezeichnete die Situation als „dramatisch“. Im Bezirk Halle-Neustadt sind mehrere Plattenbausiedlungen von den Wassermassen bedroht. Noch am Dienstag sollen aus Hannover 100.000 Sandsäcke in die Stadt gebracht werden.

Schiffsverkehr auf der Donau eingestellt

Die Ministerpräsidenten der betroffenen Bundesländer rechnen mit Schäden in Milliardenhöhe. Die Rekordflut von 2002 hatte Schäden in Höhe von etwa 16,8 Milliarden Euro verursacht. Meteorologen sagen derzeit voraus, daß es bis zum Wochenende keinen weiteren Dauerregen geben soll. Die Situation könnte sich damit im Laufe der kommenden Tage in Deutschland etwas entspannen.

Doch nicht nur Deutschland leidet unter dem Hochwasser. Auch in der Slowakei und in Tschechien bereiten sich die Menschen auf die erwartete Flutwelle vor. Der Schiffsverkehr auf der Donau ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. In Österreich stehen viele Innenstädte unter Wasser. Zahlreiche Zugverbindungen sind gesperrt. (ho)

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