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Polizei stoppt Impfaktion: Stöcker: Impfstoff „wohl 30.000 mal verabreicht“

Polizei stoppt Impfaktion: Stöcker: Impfstoff „wohl 30.000 mal verabreicht“

Polizei stoppt Impfaktion: Stöcker: Impfstoff „wohl 30.000 mal verabreicht“

Stöcker impft
Stöcker impft
Winfried Stöcker, Mediziner und Unternehmer, steht in seinem Labor. Foto: picture alliance/dpa | Marcus Brandt
Polizei stoppt Impfaktion
 

Stöcker: Impfstoff „wohl 30.000 mal verabreicht“

BERLIN. Der Unternehmer Winfried Stöcker hat den von ihm entwickelten Impfstoff deutlich häufiger verabreichen lassen als bislang bekannt. Der JUNGEN FREIHEIT sagte Stöcker, der Impfstoff sei „über 30.000 mal verabreicht“ worden. Dabei wurden „wohl über 10.000 Personen geimpft“. Zuletzt gab es eine aufsehenerregende Impf-Aktion am Lübecker Flughafen, bei der der Stoff an 107 Personen verimpft wurde. Die Polizei stoppte diese kurzerhand. Das Problem ist: Die zuständige Behörde, das Paul-Ehrlich-Institut, hat Stöckers Impfstoff nicht zugelassen.

Stöcker verteidigte die Aktion trotzdem: „Viele Menschen haben Vertrauen in die Lübecker Impfung“ und Angst vor einer Corona-Infektion. Aber auch die neuartige mRNA-Technologie, wie sie etwa von Biontech und Moderna eingesetzt werde, wecke Bedenken bei den Menschen. Daher sehe er sich als Arzt in der Verantwortung.

Verfahren wegen möglichen Verstößen

Der Gründer der erfolgreichen Biotechnologie-Firma Euroimmun hatte seinen Impfstoff Anfang 2020 entwickelt und sich im März damit zuerst selbst geimpft – dann vier weitere Personen. Inzwischen, sagt Stöcker, haben er und befreundete Ärzte über 1.000 Personen geimpft – inklusive der vom Lübecker Flughafen. Es habe dabei bisher „keine bedeutenden Nebenwirkungen“ gegeben. „Den Impfstoff kennen wir gut, er ist sauber, wirksam und offensichtlich ungefährlich. Keiner ist krank von der Impfung geworden.“

Trotzdem sieht sich der Forscher, der sich seit über 30 Jahren mit dem menschlichen Immunsystem beschäftigt, mit Polizei und Staatsanwaltschaft konfrontiert. Die Staatsanwaltschaft Lübeck teilte der JF jüngst mit, daß das im Sommer 2020 eröffnete Verfahren gegen Stöcker „wegen des Anfangsverdachts von Straftaten nach §§95 und 96 des Arzneimittelgesetzes“ noch laufe. Das Gesetz verbietet es, nicht zugelassene Impfstoffe zu verkaufen oder an Personen zu testen.

Stöcker sieht sich zu Unrecht verfolgt: „Ich habe in meiner Eigenschaft als Arzt mich selbst und mehrere Personen legal geimpft, dazu bin ich berechtigt, solange ich keinen Impfstoff in Verkehr bringe, dazu gibt es ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts,“ sagte er zur JF.

Stöcker will vorerst nicht mehr impfen

Nach der Aktion am Lübecker Flughafen, bei der zwei  mit ihm befreundete Ärzte die Impfungen vorgenommen haben sollen, gab er bekannt, seine „ideale Impfung“ nicht weiter vorantreiben zu wollen. „Der Deutsche Bundestag hat beschlossen, die Bürger unseres Landes einem Impfzwang zu unterwerfen. Angesichts der katastrophalen Entwicklung der Corona-Pandemie ist das eine richtige Entscheidung. Die Gefahr, die aktuell von der Pandemie ausgeht, ist mit Sicherheit größer als die Risiken, die mit der Verabreichung der zugelassenen Impfungen verbunden sind.“

Eine ähnliche Impfaktion hatte Stöcker zuvor bereits im Raum Görlitz veranlaßt. Dabei sollen 376 Personen geimpft worden sein. Andere Ärzte in Deutschland und Österreich sollen unterdessen auch den von ihm entwickelten Impfstoff nutzen. Die Anleitung für die Herstellung kann jeder aus Stöckers Blog entnehmen. Für die Bestandteile des Impfstoff verweist die Seite auf ein Unternehmen in Österreich.

Auf die Frage, ob mit dem Lübecker Impfstoff Geimpfte offiziell als solche gelten, antwortet Stöcker: „Die Menschen sind nach unserer Auffassung geschützt, sofern sie sich alle halbe Jahre auffrischen lassen.“ Es gebe auch eine Eintragung in den Impfpaß, aber keine offizielle Anerkennung als Geimpfter.

Winfried Stöcker, Mediziner und Unternehmer, steht in seinem Labor. Foto: picture alliance/dpa | Marcus Brandt
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