Ein Bauer versprüht das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat: Harmloses Produkt oder Tod auf Raten? Foto: picture alliance / Sven Simon
Umstrittenes Unkrautvernichtungsmittel

EU-Kommission verlängert Glyphosat-Zulassung

BRÜSSEL. Die EU-Kommission hat die Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat um fünf weitere Jahre verlängert. Eine Abstimmung in einem EU-Ausschuß habe eine Mehrheit für die Verlängerung ergeben, teilte die Behörde am Montag mit.

18 der 28 EU-Staaten stimmten demnach für den Vorschlag der Kommission, die Verlängerung zu gewähren. Deutschland hat mit „Ja“ gestimmt, obwohl das von der SPD geführte Umweltministerium die Verlängerung verhindern wollte. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte an die Adresse von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gerichtet, wer an Vertrauensbildung interessiert sei, könne sich so nicht verhalten.

„Wahrscheinlich krebserregend“

Das Produkt des amerikanischen Chemiekonzerns Monsanto steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Im März 2015 stufte die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Mittel als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung, Andreas Hensel, hält Glyphosat hingegen für nicht krebserregend. In der aktuellen Debatte geht es ihm zufolge „schon lange nicht mehr um wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern um Landwirtschaftspolitik“.

Auch Umweltschützer protestieren gegen die Verwendung. Sie beklagen, daß dabei Kräuter und Gräser vernichtet werden und so Insekten und Feldvögeln die Lebensgrundlage entzogen werde. Die aktuelle Zulassung für Glyphosat läuft am 15. Dezember aus. (tb)

Ein Bauer versprüht das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat: Harmloses Produkt oder Tod auf Raten? Foto: picture alliance / Sven Simon

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