Neue Technologien: Genetische Ursachen der Homosexualität

Um es ehrlich zu sagen: Allzuviel ist bei der Forschung nach den genetischen Ursachen der Homosexualität noch nicht herausgekommen. Eines ist laut Statistik eindeutig: Je mehr ältere Brüder ein Mann hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß er schwul wird. Mit jedem Bruder steigt sie um etwa 33 Prozent, wie Hartmut Bosinski, Professor für Sexualmedizin an der Universität Kiel, feststellte. Doch woran liegt das? Psychologen könnten behaupten, daß das „männliche Leitbild“ stärker werde. Die Physiologen haben jedoch eine ganz andere Erklärung: Im Leib der Mutter läuft beim männlichen Embryo eine Art Immunreaktion ab, die bei jedem weiteren Jungen zunimmt. Wie allerdings durch diese „Männerallergie“ die Sexualorientierung des Kindes bestimmt werde, darüber gibt es bisher nicht einmal eine stimmige Theorie. Es sei denn, das Baby beschließt einfach, sich für die unbewußte Ablehnung der Mutter zu rächen und seinerseits die Jungen zu bevorzugen. Ein „Schwulen-Gen“ ist jedenfalls noch nicht gefunden. Sicher werden solche Anlagen viel komplexer bestimmt als die klassischen Erbkrankheiten. Wahrscheinlich stehen hier mehrere Gene in Wechselwirkung mit äußeren Einflüssen, so daß der Weg zur Homosexualität stets ein individueller und auch selbstbestimmter ist – in dem Maße, wie Menschen überhaupt einen freien Willen haben. „Vorurteile“ werden heute systematisch „abgebaut“. Meist kommt der Inhalt des Vorurteils gar nicht mehr zur Sprache. Denn es könnte ja etwas dran sein, und wohin dann mit der Toleranz? Bei der Homosexualität allerdings braucht man keine Sorge zu haben. Der Schwule hat mit Zigeunern, Obdachlosen und sonstigen Störfaktoren nichts zu tun, ganz im Gegenteil. Ärzte, Rechtsanwälte, Prominentenfriseure und Spitzenpolitiker sind in dieser kaufkräftigen Gruppe überdurchschnittlich oft vertreten. Schwule sind nicht nur sauber, sondern modebewußt und als ruhige solide Mieter so beliebt, daß Makler gern mal eine Frage einflechten, um letzte Gewißheit über die sexuelle Orientierung eines Bewerbers zu erhalten. Einen dunklen Punkt freilich gibt es, von dem die frühere Ablehnung wohl auch herrührt: Gleichgeschlechtliche Paare bekommen keine Kinder. Die Wut kann man sich vorstellen, wenn ein Familienvater für sein Liebesglück mit einem ganzen Stall voller Kinder buchstäblich zu bezahlen hat, während der perverse Nachbar den gleichen Spaß ganz umsonst genießt und sonntags auch noch ausschlafen kann. Je unfruchtbarer auch die Heteros wurden, desto mehr hat sich der Schwulenhaß verflüchtigt und ist neuerdings sogar in eine eigenartige Bewunderung umgeschlagen – warum das? Auch die Forschung weiß sich da keinen Rat. Irgendeinen evolutionären Vorteil muß ein Prozentsatz von drei bis fünf des homo wowereitensis haben, denn auch im Tierreich findet sich das Phänomen, und zwar nicht nur in Gefangenschaft.

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