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Finanzbetrug: Wirecard-Vorstand steckt angeblich in Moskau

Finanzbetrug: Wirecard-Vorstand steckt angeblich in Moskau

Finanzbetrug: Wirecard-Vorstand steckt angeblich in Moskau

Fahndungsplakat von Jan Marsalek: Wußte der BND Bescheid? Foto: picture alliance / SVEN SIMON/Frank Hoermann/POOL | Frank Hoermann/SVEN SIMON
Finanzbetrug
 

Wirecard-Vorstand steckt angeblich in Moskau

BERLIN. Das untergetauchte Wirecard-Vorstandsmitglied Jan Marsalek befindet sich angeblich in Moskau. Pikanterweise soll der Bundesnachrichtendienst (BND) über dessen Aufenthaltsort bereits seit einem Jahr informiert gewesen sein, hatte aber die bayerischen Ermittlungsbehörden nicht informiert. Der finanzpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Kay Gottschalk, in der vergangenen Legislaturperiode Leiter des Wirecard-Untersuchungsausschusses, will nun rechtliche Schritte prüfen.

Marsalek wird vorgeworfen, über Jahre Bilanzfälschungen in Milliardenhöhe getätigt zu haben, um den Finanzdienstleister Wirecard kreditwürdig erscheinen zu lassen. Wirecard besaß beste Kontakte in die deutsche und österreichische Politik. Unter dem damaligen Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) versäumte es die deutsche Bankenaufsichtsbehörde Bafin, Hinweisen auf Finanzmanipulationen nachzugehen. Die Pleite des Unternehmens im Juni 2020 löste einen der größten Finanzskandale der Bundesrepublik aus.

Dubioser Geschäftsmann aufgetaucht

Marsalek, für das Asiengeschäft zuständig, gilt seitdem als flüchtig. Wie zuerst die Bild-Zeitung berichtet, soll in Moskau ein Geschäftsmann aufgefallen sein, der mit dem russischen Impfstoff Sputnik V handele und Kontakte zu österreichischen Politikern sowie Söldnermilizen besitze. Bei diesem Mann soll es sich um Marsalek handeln. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB soll daraufhin Anfang 2021 dem BND eine Befragung mit dem angeblichen Marsalek angeboten haben.

Gottschalk bestätigte gegenüber dem Radiosender MDR-Aktuell Gerüchte über einen Moskau-Aufenthalt Marsaleks, die ihm zugetragen wurden. Weshalb Deutschland nicht auf das russische Angebot reagiert habe, liege daran, „daß man keine weiteren Implikationen für die Regierung und vor der Bundestagswahl haben wollte“, schätzte der AfD-Politiker. Marsalek sei „wie eine heiße Kartoffel“, die man in Deutschland nicht haben wolle. „Das ist schon sehr merkwürdig, daß so viele Menschen nichts getan haben, die heute die Leiter nach oben gefallen sind.“

Auf Nachfrage der Bild-Zeitung äußerte ein Regierungssprecher, man nehme zu Angelegenheiten, die etwaige nachrichtendienstliche Erkenntnisse oder Tätigkeiten der Nachrichtendienste betreffen, grundsätzlich nicht öffentlich Stellung. (JF)

Fahndungsplakat von Jan Marsalek: Wußte der BND Bescheid? Foto: picture alliance / SVEN SIMON/Frank Hoermann/POOL | Frank Hoermann/SVEN SIMON
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