Anzeige
Anzeige

„Mittelschicht kann sich die nicht leisten“: Stellantis-Chef wettert gegen EU-Fokussierung auf Elektroautos

„Mittelschicht kann sich die nicht leisten“: Stellantis-Chef wettert gegen EU-Fokussierung auf Elektroautos

„Mittelschicht kann sich die nicht leisten“: Stellantis-Chef wettert gegen EU-Fokussierung auf Elektroautos

Stellantis-Chef Carlos Tavares
Stellantis-Chef Carlos Tavares
Stellantis-Chef Carlos Tavares Foto: picture alliance / Alexandre Marchi/MAXPPP/dpa | Alexandre Marchi
„Mittelschicht kann sich die nicht leisten“
 

Stellantis-Chef wettert gegen EU-Fokussierung auf Elektroautos

HOOFDDORP. Der Chef des Autokonzerns Stellantis, Carlos Tavares, hat die Fokussierung der europäischen Politik auf den Elektroantrieb kritisiert. „Brauchen wir zu 100 Prozent Elektrofahrzeuge, die sich die Mittelschicht auf lange Sicht nicht leisten kann, während die Staaten ihre Haushaltsdefizite immer weiter ausweiten, um sie zu subventionieren“, mahnte der Manager im Handelsblatt.

Neue Technologien trieben die Preise in die Höhe. „Vor allem die Elektroantriebe, die 50 Prozent teurer sind als Verbrenner“, betonte Tavares, der zusammen mit John Elkann den Mutterkonzern Stellantis mit Sitz im niederländischen Hoofdorp leitet, zu dem unter anderem die Marken Opel, Fiat, Peugeot und Chrysler gehören.

„Elektrifizierung ist die Technologie, die von der Politik gewählt wurde“

Stellantis werde die Gesetze natürlich respektieren. „Aber klar ist: Die Elektrifizierung ist die Technologie, die von der Politik gewählt wurde, nicht von der Industrie.“ Es habe günstigere und schnellere Methoden zur Reduzierung von Emissionen gegeben, kritisierte der Portugiese. „Die gewählte Methode läßt den Autoherstellern keine kreative Freiheit, um andere Ideen als die Elektrifizierung einzubringen. Es ist eine politische Entscheidung.“

Er stellte auch den von der Politik erwarteten positiven Effekt auf das Klima in Frage. „Wir werden erst in zehn oder 15 Jahren wissen, welche Ergebnisse die Elektrifizierung tatsächlich für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bringen wird.“

EU verlangt drastische Absenkung des CO2-Ausstoßes

Beim derzeitigen europäischen Energiemix müsse ein Elektroauto erst 70.000 Kilometer fahren, um die schlechte CO2-Bilanz der Batterieherstellung auszugleichen, erklärte der Automanager. „Wir müssen auch über den CO2-Fußabdruck der Batterie sprechen.“

Die EU-Staaten wollen die Menge an ausgestoßenen Klimagasen in den kommenden Jahren um 55 Prozent unter den Wert von 1990 drücken. Für Autos soll dies bereits bis 2030 der Fall sein. Bereits jetzt darf der Flottenverbrauch im Schnitt maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer betragen. Hersteller, die sich nicht an diese Vorgaben halten, werden mit Geldstrafen belegt. (ls)

Stellantis-Chef Carlos Tavares Foto: picture alliance / Alexandre Marchi/MAXPPP/dpa | Alexandre Marchi
Anzeige
Anzeige
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag