Hamburger Hafen: IWF prognostiziert Euro-Zone deutlich langsameres Wachstum als USA und China
Hamburger Hafen: IWF prognostiziert Euro-Zone deutlich langsameres Wachstum als USA und China Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Matthias Stolt

IWF-Prognose
 

Wirtschaftliche Erholung in Deutschland geringer als in anderen Staaten

BERLIN. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat für Deutschland eine deutlich langsamere wirtschaftliche Erholung vorausgesagt als für die meisten anderen Länder. Laut dem aktuellen „World Economic Outlook“ wird die Wirtschaft hierzulande im laufenden Jahr um 3,6 Prozent wachsen.

Weltweit beträgt der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts 2021 sechs Prozent, sagen die IWF-Ökonomen voraus. In der Euro-Zone soll das Wachstum im Schnitt 4,4 Prozent betragen. Auch in Großbritannien und Rußland werde die Wirtschaft mehr anziehen als in Deutschland, heißt es in dem Bericht.

Teilweise fällt das Wachstum dem IFW zufolge in jenen Ländern stärker aus, deren Wirtschaft im vergangenen Jahr mehr einbrach. Allerdings liegen auch die USA mit prognostizierten 6,4 Prozent deutlich vor Deutschland und der Euro-Zone. In China soll die Erholung mit einem Plus von 8,4 Prozent noch deutlicher erfolgen.

China erreicht Vor-Krisen-Niveau

Damit erreichte das asiatische Land bereits das Wachstumsniveau von vor der Corona-Krise. Für die USA erwartet das IWF dies noch im laufenden Jahr. In der Eurozone dürfte dies allerdings erst ein Jahr später erreicht werden. Ärmere Länder könnten erst 2023 wieder dort stehen, wo sie vor der Pandemie waren.

Grund für die unterschiedlich stark ausfallenden Erholungen sind laut IWF vor allem das Impftempo, die staatlichen Stützungsmaßnahmen und die Abhängigkeiten vom Tourismus. Bereits zuvor hatten mehrere Banken das deutsche Wirtschaftswachstum mit rund 3,35 Prozent pessimistischer vorhergesagt als die IWF-Ökonomen.

Steuer- und Abgabenlast in Deutschland steigt

Am anderen Ende der Rangliste steht Deutschland, wenn es um die Steuer- und Abgabenlast auf private Einkommen geht. Wie eine neue Untersuchung des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung (FNS) ergab, über die die Welt am Sonntag berichtete, stieg die gesamtwirtschaftliche Abgabenquote im Jahr 2019 auf 41,3 Prozent. Dies sei der höchste Stand seit 2000.

Die Steuerquote habe mit 24 Prozent den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Auffallend sei aus Sicht der Forscher vor allem die Abgabenlast für geringe Einkommen. „Ich hätte nie erwartet, daß Berufstätige schon mit einem Jahresbruttoeinkommen von 17.000 Euro auf eine Abgabenquote von 40 Prozent kommen können“, sagte der RWI-Volkswirt Robin Jessen, der Zeitung.

„Anders als von vielen Bürgern angenommen, werden auch Haushalte mit einem relativ niedrigen Einkommen stark belastet“, kommentierte der Vorsitzende der FNS, Karl-Heinz Paqué, die Ergebnisse. Statt mit mehr Steuererhöhungen die Konjunktur auszubremsen, sollte sich die Regierung darauf konzentrieren, einkommensschwächere Haushalte zu entlasten. (ls)

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