Kasper Rorsted: „Ein effizienteres Europa mit weniger Bürokratie“ Foto: picture alliance / Sven Simon
„Mehr Probleme, als viele wahrhaben wollen“

Adidas-Chef: Merkel kümmert sich nicht um Standort Deutschland

MÜNCHEN. Adidas-Chef Kasper Rorsted hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu wenig Engagement für den Standort Deutschland vorgeworfen. Dieser habe „mehr Probleme, als viele wahrhaben wollen. Die Industrieproduktion ist zuletzt zurückgegangen, bei den Zukunftsthemen passiert zu wenig“, sagte Rorsted am Dienstag der Süddeutschen Zeitung.

Zwar habe Merkel schon 2005 angekündigt, die Digitalisierung stünde ganz oben auf ihrer Agenda. „Aber es geschieht nichts, sie wird die Regierung verlassen, ohne einen Erfolg in diesem Bereich.“ Weder die Behörden, noch der Unterricht an den Schulen sei digitalisiert.

„Die EU ist in keinem guten Zustand“

Im Vergleich zu Amerika und China zeigt sich der Unternehmer mit Europa weniger zuversichtlich. „Die EU ist in keinem guten Zustand“, mahnte er. In den vergangenen Jahren sei viel geredet worden, echte Reformen habe es aber nicht gegeben. „Wir haben in Europa 200 verschiedene Telekommunikations-Provider und nicht drei oder vier. Wir brauchen nicht mehr Europa, sondern ein effizienteres Europa mit weniger Bürokratie.“

Trotz der befürchteten Flaute in der Weltkonjunktur in diesem Jahr zeigte sich Rorsted in Bezug auf sein Unternehmen aber optimistisch. „Adidas wird weiter wachsen. 2019 wird ein gutes Jahr für uns.“ (ls)

Kasper Rorsted: „Ein effizienteres Europa mit weniger Bürokratie“ Foto: picture alliance / Sven Simon

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