Stümperhaftes Krisenmanagement

Die führenden Zentralbanken der westlichen Welt versuchen den Teufel der Finanzkrise mit dem Beelzebub wertlosen Geldes zu vertreiben. Letzte Woche senkten sie in den USA, Großbritannien und der Euro-Zone die den Banken auferlegten Zinsen Richtung Null. Aus Hütern der Währung sind über Nacht wieder wie vor 300 Jahren Geldbeschaffungsmaschinen für havarierende Banken und Staaten geworden! Die Strategie ist dreifach falsch. Sie verstärkt die Inflationsfurcht, veranlaßt die Menschen aber deswegen nicht, mehr zu konsumieren. Im Gegenteil: Diese werden ihre Zukunftssicherung verstärkt von Geldtiteln auf Sachwerte verlagern: Immobilien, gute Aktien, Gold. Sie animiert aber auch nicht die Investoren. Denn diese wissen besser als krisenunerfahrene Politmanager, daß sich Nullzinsen (sogar Negativzinsen) nicht rechnen, wenn die Gewinne ins Bodenlose zu fallen drohen.

Und schließlich: Wie kann man ernstlich daran glauben, eine verheerende Schuldenkrise durch noch mehr Schulden „heilen“ zu können? Diese Krise macht zweierlei deutlich: Erstens wie fatal es gewesen ist, vor lauter Empörung über das Anwachsen der Staatsschuld das weitaus dramatischere der europa- und weltweiten Privatschulden zu übersehen; das konnten nur Ideologen, die den (Kapital-)Markt für unfehlbar hielten. Zweitens, daß es keine Alternative zur Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit gibt. Staatsgeld für Banken statt für Arbeitsplätze, Subventionen für Firmen, die am Markt vorbei produzieren – das überzeugt niemanden und verstärkt die Staats- und Demokratieverdrossenheit. Wenn die Bundesregierung nicht bald ein überzeugendes nationales Struktur- und Sanierungsprogramm vorlegt, verliert sie den Respekt der Wähler wegen ihrer Ineffizienz.

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