Rastplatz für Wildgänse

Bekannt und beliebt ist bei Naturfreunden die Ruppiner Wasserlandschaft. Was so natürlich aussieht, geht aber auf den Abbau von Torf zurück, welches einst in Richtung Süden nach Berlin verschifft wurde. Storche, Reiher und Fischadler gibt es hier reichlich. Auch Angler profitieren von der an Teichen reichen Gegend, ebenso Hobbyjäger. Denn allein die südlich von Neuruppin gelegene Landschaft des Storchendorfes Linum ist ein bedeutsamer Rastplatz für bis zu 70.000 Gänse. Dort hat das Vogelschutz-Komitee mit Sitz in Göttingen nun 180 des 400 Hektar großen Teichlandes gepachtet – zunächst für 30 Jahre. Doch wer denkt, die Sache sei damit erledigt, weil geschützte Natur doch am besten wohl sich selbst überlassen bleiben sollte, wundert sich. Die Abflüsse der Teiche müssen überwacht werden, und gegen die Verschilfung muß im Oktober und November gemäht werden. Dafür veranschlagt der Verein in seinem aktuellen Spendenrundbrief Kosten in Höhe von 7.000 Euro pro Jahr. Damit auch Besucher etwas von dem Vogelparadies haben und informiert werden über das, was sie sehen können, soll zudem eine „Kranich- und Wildgänse Naturwacht“ aufgebaut werden, was noch einmal 1.500 Euro kostet. Teichwirtschaft und Fischzucht, die auf den gepachteten Flächen noch immer stattfand, gehört damit erst einmal der Vergangenheit an. Davon profitiert die gesamte Vogelwelt. Doch irgendwoher wird auch in Zukunft der in den Blumenläden und Baumärkten angebotene Torf kommen. Da hilft es nur, beim Einkauf genauer hinzuschauen. Denn es gibt auch Blumenerde ohne Torf beziehungsweise mit einem nur geringen Torfanteil von wenigen Prozent. Der Erhalt von Torfland beginnt beim gut informierten Verbraucher.

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