Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Zusatzeinkommen Dosensammeln

Ab sofort ist das Dosenpfand einfacher, so die Kernbotschaft des Bundesumweltministeriums zur mittlerweile dritten Neuregelung der Verpackungsverordnung. Die Pfandabgabe für alle Einwegbehälter mit Bier, Wasser und Limo beträgt jetzt einheitlich 25 Cent – auch für Flaschen mit mehr als 1,5 Litern Inhalt, für die bislang 50 Cent zu hinterlegen waren. Die beliebten Partyfäßchen der Biertrinker sind jetzt sogar pfandfrei. Bis zum Mai 2006 unverändert bleibt jedoch das nervige System der Pfandeinlösung in dem Laden, in dem das Pfandgut gekauft wurde. Erst dann werden auch die Einwegbehälter für Eistees, Sportgetränke ohne Kohlensäure und „Alkopops“ pfandpflichtig. Der Handel habe mehr Zeit gefordert, um ein bundesweites Rücknahmesystem für alle Einwegbehälter mit Pfand aufzubauen, so ein Sprecher des Umweltministeriums. Ein möglicherweise bis dahin eintretender Regierungswechsel wird keine grundsätzliche Änderung oder sogar die Wiederabschaffung des Pfandsystems für Einwegbehälter bringen. Immerhin befürworten mehr als 70 Prozent der Deutschen diese Form des Kampfes gegen die Vermüllung der Umwelt. Außerdem kann das einheitliche Rücknahmesystem mit Automaten, die die Einwegbehälter gleich komprimieren, zu erheblichen Einsparungen führen. Warum also nicht früher die Einführung verordnen? Der Einzelhandel wäre offensichtlich dazu bereit. Bundesumweltminister Jürgen Trittin scheint aber eher an einer letzten Stichelei interessiert zu sein als an einem wirklichen Dienst an der Umwelt. Fraglich bleibt auch, ob der Pfandbetrag von 25 Cent ausreicht, um das Wegwerfen zu verhindern. Und ob er Anreiz genug ist, sich durch Dosensammeln einen Zusatzlohn zu verdienen.

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