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Pfiffiges Nullrundenangebot

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hat ihren Tarifpartnern von der Arbeitgeberseite zum Einstieg in die kommenden Tarifverhandlungen bezüglich der Lohnerhöhungsforderungen eine virtuelle Nullrunde angeboten. Effektiv sollen die Löhne zwar um 2,2 Prozent steigen und davon 0,2 Prozentpunkte für Maßnahmen zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung verwendet werden. Der Hauptteil der Lohnerhöhung, die restlichen zwei Prozentpunkte, sollen jedoch auf ein Sonderkonto der Sozialkasse des Baugewerbes eingezahlt werden. Dieser Betrag wird an die Firmen wieder zurückgezahlt, die ihre Arbeitnehmer ganzjährig beschäftigt haben. Hintergedanke der ungewöhnlichen Offerte ist die Umgehung der Neuregelung bei der Zahlung von Arbeitslosengeld für Bauarbeiter. Bislang war dafür eine jährliche Mindestbeschäftigungsdauer von sechs Monaten erforderlich. Nun werden zwölf Beschäftigungsmonate innerhalb zweier Jahre gefordert. Nach Schätzung der Bauwirtschaft würde ein Drittel der mehr oder weniger regelmäßig zur Winterzeit Arbeitslosen nur noch alle zwei Jahre Arbeitslosengeld erhalten. Der auch sonst um gewiefte Ideen selten verlegene IG Bau-Chef Klaus Wiesehügel (SPD) hofft, mit diesem Kniff die Unternehmer zu mehr Ganzjahresjobs verleiten zu können. Als zusätzlichen Anreiz bietet er mehr Flexibilität bei der Duldung von Überstunden in den Bauhauptsaisonzeiten an, Lohnzuschläge sollen entfallen und Arbeitszeitguthabenkonten ohne Zinszuschläge geführt werden. Natürlich müssen die Arbeitgeber die Kosten dieses Vorschlags genau nachrechnen. Ihren Respekt vor den ungewöhnlich pfiffigen Gewerkschaftsvorschlägen dürften sie jedoch kaum verhehlen.

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