Urlaub an Küste und Alpen

Der Mai lockt Wassernixen in die ersten geöffneten Freibä-der, zumindest in solche, die beheizt sind. Baggerseen werden nicht mehr nur von Stehbrettseglern heimgesucht, sondern zunehmend auch von Sonnenanbetern bevölkert. Als letztes, wenn es so richtig heiß wird, sorgen die Küstenregionen für Abkühlung. Nur die Wasserqualität muß mitspielen. Denn wer schwimmt schon gerne durch Schaumkronen oder eutrophierte, also gekippte Gewässer? Doch davon ist weit und breit keine Spur. Die Wasserqualität der 423 Badestellen der Ostsee in Mecklenburg-Vor­pom­mern und der Binnengewässer des Landes jedenfalls sind zu 84,5 Prozent als „gut“ oder „sehr gut“ eingestuft worden. Das teilte rechtzeitig zu Beginn der großen Sommerurlaubsbuchungen die Sozialministerin Marianne Linke am Freitag in Rostock mit. Nur bei 15 Prozent der Badestellen wurde eine zu geringe Sichttiefe registriert, ohne daß jedoch eine mikrobiologische Belastung vorlag. Lediglich bei 0,5 Prozent wurden mikrobiologische Belastungen beanstandet. Diese lagen aber unter den Grenzwerten, womit ein Badeverbot für keine der Badestellen ausgesprochen wer­den mußte. Warum also so weit in die Ferne schweifen, wenn das Gute meist so nah liegt? Es muß also nicht immer der Ferienflieger sein, Rügen ist auch schön. Nur bei den zahlreichen Billigflugangeboten lassen viele die Küste hinter sich, und die Alpen werden nur überflogen. Gleichsam dieser Blasiertheit setzt sich menschliches Handeln heute über die Gesetze der Natur hinweg, um dann beim nächsten Jahrhunderthochwasser oder Supergau zu erschrecken. Wer Ebbe und Flut kennt, die Alpen selbst erwandert hat, der weiß hingegen genau, daß man vor den Naturgewalten auch Respekt haben muß.

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