Tierversuche für Tierfutter

Der Tierfutterhersteller Iams, der zum US-Konzern Procter & Gamble gehört, führt Ernährungsstudien an Hunden und Katzen durch. Das ist legal – würden die Tierschutzstandards eingehalten werden. Doch genau daran bestehen Zweifel, weshalb die ganze Angelegenheit öffentlich wurde, als Procter & Gamble die Firma 1999 kaufte. Aus Angst vor Umsatzrückgängen besuchten Iams-Vertreter das Büro der Tierrechtsorganisation „People for the Ethical Treatment of Animals“ (Peta), um Besserung zu geloben. Die Versuchstiere, denen per Operation Schenkelfleisch zu Untersuchungszwecken entnommen wird, sollen Bewegung im Freien, natürliches Licht, Fellpflege, menschlichen Kontakt, Spielzeug und Ruhestätten erhalten und später zur Adoption freigegeben werden. Alles das nämlich war bisher nicht der Fall. Peta führte eine verdeckte Ermittlung durch, die Belege dafür lieferte, daß den Worten keine Taten folgten. Operierte Tiere erfahren nicht einmal die erforderlichen Hygienevorschriften, sondern liegen dicht gedrängt neben- und übereinander. Peta fordert daher in ihrem aktuellen Rundschreiben die Einstellung aller Tierversuche bei Iams und statt dessen Studien zu innerbetrieblichen Defiziten. Denn die eigenen Tierversuchsrichtlinien, „eine humane Behandlung von Katzen und Hunden zu gewährleisten“, sprechen der Realität Hohn – oder will jemand behaupten, in unserer zivilisierten Welt würden Menschen so behandelt wie Tiere bei Iams? Wer nun meint, für seinen Dackel oder seine Katze auf anderes Tierfutter ausweichen zu müssen, muß allerdings auf der Internetseite www.peta.de genauer hinschauen, weil auch andere Tierfuttermarken einem den Appetit verderben können.

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