Studiengebühren mit Wenn und Aber

Der nordrhein-westfälische CDU-Chef und Ex-Bundes-bildungsminister Rüttgers hat (wieder einmal) die Einführung von Studiengebühren gefordert. Alle Universitätsstudenten sollen bis zu 250 Euro pro Semester zahlen, Fachhochschüler bis zu 150 Euro. Den Gebührensatz festzulegen, obliege den Hochschulen. Bei der Zahlung sind erhebliche Erleichterungen vorgesehen. So sollen die Gesamtgebühren des Studiums erst fällig werden, wenn der Student die erste Festanstellung erhält. Gezahlt werden muß dann auch nicht die volle Summe auf einmal, sondern monatliche Raten zu 50 Euro. Sanfter geht’s nimmer. Es fehlt nur noch das Angebot an alle Studiumsberechtigen, dies zunächst einmal zwei Semester lang kostenlos und unverbindlich zu testen. Ein Hauch von Feigheit durchweht Rüttgers Vorschlag. Er meint wohl die Prügel, die er aufgrund seines Ansinnens, Studiengebühren überhaupt einzuführen, einstecken muß, dadurch abmildern zu können. Weit gefehlt, denn wehe dem, der die Ungeheuerlichkeit besitzt, in Deutschland Studiengebühren einführen zu wollen, egal wie hoch und in welchen homöopathischen Zahlungsdosierungen. Wer zu diesem sinnvollen und notwendigen Schritt entschlossen ist, muß sofort Nägel mit Köpfen machen und nicht erst wie die Katze um den heißen Brei schleichen. Dazu ist es aber vor allem erforderlich, den Sinn und die Notwendigkeit von Studiengebühren klar zu verdeutlichen. Nach dem Rüttgers-Plan würde der volle finanzielle Zufluß die Hochschulen frühestens nach fünf Jahren erreichen. Da denkt doch jeder: Wenn bis dahin die volle staatliche Alimentierung abgesichert werden kann, warum sollte es dann nicht auch noch danach möglich sein, im alten Trott weiter zu verfahren.

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