Schüsse auf Schwäne

Wer kennt sie nicht, die majestätischen Tiere! Mit ihrem strahlenden Gefieder und weil die Paare sich lebenslang treu bleiben, haben die Schwäne Eingang gefunden in viele Mythen und Märchen. Daß sie eigentlich Zugvögel sind, weiß man heute kaum noch. Die verbreitete Fütterung durch Passanten oder Parkverwaltung zwingt sie nicht mehr in die Ordnung ihrer Instinkte. So vermehren sie sich und werden zur Plage. Bei den Weidmännern ist die Schwanenjagd – nach Bundesländern unterschiedlich zwischen September und Januar erlaubt – aber höchst unbeliebt, denn sie wollen nicht die Prügelknaben der Tierschützer sein, wenn sie die oftmals halbzahmen Tiere abknallen. Von Jagd kann dabei keine Rede sein, das sagen selbst die Grünröcke. Wenn dann aber trotzdem zur Waffe gegriffen werden muß, sollte wenigsten die „Kugelspritze“ und nicht das Schrotgewehr bemüht werden. Denn obwohl laut Jagdverordnung der Schwan, der in kultivierten Zeiten immer zum Hochwild gerechnet wurde, zum Niederwild zählt und dieses in der Regel (außer Rehwild) mit der Flinte (Schrot) bejagt wird, sollte auch heute der standesgemäße Jagdgeselle zur Büchse (Kugel) greifen. Denn auch der grobkörnige Schrotschuß durchschlägt nicht immer das äußerst strapazierfähige Gefieder effektiv, so daß der Schwan grausam verblutet. Tierschützer, die noch lebende blutverschmierte Schwäne in einem Kahn sehen, sind zu Recht empört. Ein weiteres Problem ist die Verwertung der Beute: die Bundeswildschutzverordnung verbietet den Verkauf des Fleisches (Wildbret). Der Jäger muß also seinen bis zu 20 Kilo schweren Schwanenbraten selber essen. Dabei gäbe es nie eine „Schwanenplage“, wenn wir sie nicht mehr füttern würden. Und jeden Frühling könnten wir uns wieder an ihnen erfreuen.

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