Kriegsprävention durch Verzichtsethik

Der Irak ist das an Öl zweitreichste Land der Welt. Das muß einem so ölhungrigen Land wie den USA schmackhaft vorkommen. Nun war es in der Geschichte immer so, daß wenn der Schwächere dem Stärkeren im Tausch die Dinge nicht freiwillig hergibt oder ein unsicherer Kandidat ist, dann holt der Stärkere sie sich mit Gewalt. Eine antikapitalistische Sicht der Dinge ist damit gut in Einklang zu bringen, weshalb Hans-Christian Ströbele jüngst erklärte: US-Konzerne hätten die Öl-Reserven auf dem Papier bereits unter sich aufgeteilt. Die USA wollten unabhängig von Saudi-Arabien werden, weshalb Bush fest zum Krieg gegen den Irak entschlossen sei. Damit kann der grüne Bundestagsabgeordnete seine pazifistische Position legitimieren. Die Grundannahme ist auch so plausibel, daß es mittlerweile schon der Rechtfertigung bedarf, wenn man sie nicht teilt. Die Rheinische Post vom 8. Januar etwa kündigt einen Hintergrundbericht mit der Überschrift an: „Warum es Bush im Irak nicht nur um Öl geht.“ Dort wird dann an Husseins Giftgaseinsatz gegen die eigene kurdische Bevölkerung erinnert. Und damit ist Hussein in der Tat ein unsicherer Kandidat nicht nur für Ölgeschäfte. Was bleibt, ist ein Gemengelage von Motiven, womit die Sache so kompliziert wird, daß man, wie man es auch macht, alles nur falsch macht. Richtig ist es aber in jedem Falle, das Auto in der Garage stehenzulassen und Öl zu sparen oder eine Radtour zu machen, statt in die Malediven zu fliegen. Mehr noch, man darf das Geld gar nicht erst verdienen, mit dem man sich solchen Luxus leisten kann, weil es sonst in irgendeiner Form zur Expansion der Wirtschaft und damit zum forcierten Ölverbrauch beiträgt. Bei allem anderen lügt man sich in die Tasche.

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